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Berlin: Arzt: Für viele Allergiker gibt es keine pollenfreie Zeit mehr

Berlin : Arzt: Für viele Allergiker gibt es keine pollenfreie Zeit mehr

Millionen Pollenallergiker leiden mittlerweile das ganz Jahr über an brennenden Augen und laufender Nase. Denn der Pollenflug beginnt heute nicht nur früher, sondern dauert auch länger.

Das geht aus dem neuen Pollenflugkalender hervor, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde und die Blühphasen der Pflanzen auflistet. Grundlage hierfür sind seit dem Jahr 2000 erhobene Daten, wie Karl-Christian Bergmann, Leiter der Ambulanz am Allergie-Zentrum der Berliner Charite, sagte.

Aufgrund der Klimaveränderungen seien bereits im Dezember die ersten Haselnuss- und Erlenpollen in der Luft. Zugleich fliegen die Pollen von Brennnessel und Gräsern nicht mehr nur bis in den Oktober hinein, sondern bis Dezember, wie der Mediziner erläuterte. Damit gebe es für Patienten mit Allergien gegen Pollen von Bäumen, Gräsern und Kräutern keine beschwerdefreie Zeit mehr.

Neben dem gesamtdeutschen Pollenflugkalender wurden erstmals auch vier regionale Übersichten über die Blühphasen der Pflanzen erstellt. Zugleich nahmen die Experten die sich hierzulande stark ausbreitende Ambrosia (Traubenkraut) in die Belastungsliste auf. Nicht mehr aufgeführt sind Weizen- und Maispollen, da diese Bergmann zufolge keine allergische Bedeutung haben.

Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst misst an rund 50 Flugfallen die aktuellen Belastungen. Darunter sind zehn Stationen, die ganzjährig betrieben werden. Die Daten werden dem Deutschen Wetterdienst übermittelt, der daraus die Pollenflugvorhersage erstellt.