Halle: Arzneimittel-Bundesinstitut will rezeptfreie „Pille für danach”

Halle: Arzneimittel-Bundesinstitut will rezeptfreie „Pille für danach”

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte macht sich weiter für eine Freigabe der „Pille für danach” stark.

Der zuständige Abteilungsleiter, Ulrich Hagemann, sagte dem Hörfunksender MDR Info am Freitag, unter Sachverständigen bestehe bereits seit Jahren Einverständnis darüber, das Medikament auch ohne ärztliche Beratung und Verordnung abzugeben, „in einer Situation, wo es einen ungeschützten Geschlechtsverkehr gab”. Hagemann fügte hinzu: „Sicherlich gibt es auch hier Nebenwirkungen.” Allerdings gingen diese bei der „Pille für danach” rasch zurück und seien auch nicht lebensbedrohlich.

Bekannte Nebenwirkungen seien Magen-Darmbeschwerden. Diese seien aber vertretbar, sagte der Arzneimittelexperte. „Es gibt keine medizinischen Sicherheitsbedenken die dagegen sprechen, die Pille danach aus der Verschreibungspflicht zu entlassen.” Zur nach wie vor existierenden Verschreibungspflicht erklärte Hagemann, eine Änderung der bisherigen Verordnung könne nur durch die Politik erfolgen.

Hier seien aber vielerlei Zweifel geäußert worden, wie eine angebliche Gefährdung der Frauen. Es seien auch Argumente vorgebracht worden, dass sich dadurch das Sexualverhalten von Frauen verändere. Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation WHO hätten aber nichts dergleichen ergeben.

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