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Köln: Apotheker fordern: Mehr Arzneimittel für Kinder

Köln : Apotheker fordern: Mehr Arzneimittel für Kinder

Speziell für Kinder entwickelte Medikamente sind in Deutschland nach Einschätzung von Ärzten und Apothekern Mangelware.

Das Geschäft mit den kleinsten Patienten bringe für die Pharmakonzerne keine Gewinne, stellte der Apothekerverband Nordrhein am Donnerstag in Köln fest. Denn Kinder erkrankten seltener an therapieintensiven Krankheiten und benötigten nur geringe Mengen eines Wirkstoffs, sagte der Verbandsvorsitzende, Thomas Preis. Apothekerverband und Ärzte forderten am bundesweiten Tag der Apotheker, wesentlich mehr Arzneimittel für Kinder zu erforschen und zuzulassen.

Für die typischen Kinder-Arzneimittel Antibiotika und Impfstoffe sei der Absatzmarkt groß genug. Sobald die zu behandelnden Krankheiten schwerwiegender würden - wie etwa Herzerkrankungen, Krebs und Rheuma - gebe es immer weniger Produkte.

„Da gibt es Medikamente, die Millionen von Erwachsenen bereits gesehen haben, bevor sie ein Kind bekommt”, sagte der Kölner Kindermediziner Professor Michael Weiß. Es dauere zehn Jahre bis ein in der Erwachsenenmedizin erprobtes Medikament auch für Kinder verfügbar sei, bestätigte Oberarzt Matthias Wißkirchen.

Dem Hersteller des Medikaments stehe es frei, Mittel nur für Erwachsene zu prüfen und zuzulassen. Bei Medikamentenstudien für Kinder herrschten sehr viel strengere Regeln. In akuten Fällen bleibe den Ärzten nichts anderes übrig, Erwachsenenmedikamente auf die Größe und das Gewicht des kleinen Patienten herunterzurechnen und neu mischen zu lassen.

„Ein Wirkstoff wirkt ganz unterschiedlich, wenn er auf 50, 15 oder fünf Kilo verteilt wird”, sprach Weiß ein Problem an. Das führe gerade bei Eltern nach der Entlassung ihrer Kinder aus dem Krankenhaus zu Verunsicherung.