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Grippe 2021: Ansteckung, Symptome und Unterschiede zu Corona

Grippe 2021 : Ansteckung, Symptome und Unterschiede zu Corona

Die Influenza - auch „echte“ Grippe genannt - ist eine ernsthafte Viruserkrankung. Hier erfahren Sie mehr über Symptome, Dauer, Behandlung sowie über die Unterschiede zur Erkältung und zu Covid-19.

Husten, Schnupfen, Gliederschmerzen: die Symptome sind ähnlich, doch die Krankheiten und ihr Verlauf verschieden. Was Sie über die Grippe - auch Influenza genannt - wissen müssen und welche Unterschiede zur Erkältung oder zu Covid-19 bestehen.

Wann gibt es in Deutschland die nächste Grippewelle?

Als Grippesaison bezeichnen Experten den Zeitraum, in dem Influenzaviren hauptsächlich zirkulieren. Tritt die Grippe örtlich und zeitlich gehäuft auf, sprechen Experten von einer Grippewelle. Sie gibt es jedes Jahr in Deutschland - mal mehr oder weniger stark.

In den vergangenen Jahren begann die Grippewelle meist im Januar und drei bis vier Monate gedauert, informiert das Robert-Koch-Institut (RKI). Manchmal könne die Grippewelle auch schon früher einsetzen. Die Schwere der Grippesaison lässt sich nicht genau vorhersagen.

Wie unterscheiden sich die Symptome der Krankheiten?

Eine Unterscheidung von Grippe- und Covid-19-Symptomen ist mitunter schwierig. Insbesondere in einer frühen Phase der Infektion sei die Symptomatik sehr ähnlich, erklärt die Virologin Sandra Ciesek von der Universität Frankfurt. Gerade in diesem Stadium könnten die Symptome ohne einen Test nicht sicher unterschieden werden.

Als grober Anhaltspunkt kann Ihnen diese Einordnung helfen.

Häufige Symptome bei Grippe:

  • Husten
  • hohes Fieber - auch über 40 Grad
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • starke Müdigkeit

Häufige Symptome bei Covid-19:

  • Husten
  • Fieber

Weitere Anzeichen können sein:

  • eine neu aufgetretene Kurzatmigkeit oder
  • eine Kurzatmigkeit, die sich deutlich verschlechtert sowie
  • der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn.

Niesen ist hingegen eher kein Symptom von Covid-19 - kommt aber häufig bei Erkältungen vor.

Häufige Symptome bei einer Erkältung:

  • Niesen
  • Gliederschmerzen
  • Schnupfen
  • Halsschmerzen

Fieber ist eher selten ein Symptom bei Erkältungen, auch Husten kommt wenig vor.

Das zeigt: Trennscharf anhand der Symptome lassen sich jedoch Erkältung, Grippe und Covid-19 nicht unterscheiden. Wer sich nicht sicher ist, sollte im Zweifel neben der AHA-Formel - also Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen - zusätzlich:

  • Kontakt zu anderen Menschen vorsorglich lieber einschränken
  • und einen Arzt aufsuchen.

Wichtig: Vorher dem Besuch der Arztpraxis, dort aber unbedingt anrufen, um andere Menschen vor einer Infektion zu schützen.

Wann sollten Sie bei einer Grippe zum Arzt gehen?

 Bei folgenden Anzeigen sollten Sie ihren Hausarzt anrufen, bitte nicht einfach in die Praxis gehen, und mit ihm das weitere Vorgehen besprechen:

  • Ältere Menschen sowie Menschen mit Vorerkrankungen - etwa einer Herz- oder Lungen-Krankheit - bei hohem Fieber.
  • Kleine Kinder bei Grippeverdacht.
  • Wer nicht in eine dieser Gruppen fällt, aber eine typische Grippe mit deutlichem Krankheitsgefühl und zusätzlich Beschwerden wie Luftnot, Kreislaufstörungen oder Schwindel hat.
  • Wer zunächst eine Erkältung oder weniger schwere Grippe hatte, dann aber nach drei bis vier Tagen einen neuen Schub bekommt. Dahinter kann eine Lungenentzündung stecken.

Übrigens: Wer leichte Symptome hat, etwa Husten, Halskratzen und Schnupfen, kann sich telefonisch krankschreiben lassen.

Das ist vorerst bei leichten Atemwegserkrankungen bis September 2021 möglich - zunächst für sieben Kalendertage.

Genauso gilt: Einmalig kann der Arzt die Krankschreibung danach telefonisch bis zu weitere sieben Kalendertage verlängern. Schwerere Fälle, bei denen Covid-19 ausgeschlossen werden muss, sollten allerdings mit dem Arzt telefonisch das weitere Vorgehen besprechen.

Was können Sie bei einer Grippe tun?

 Wer Influenza hat, dem rät Prof. Bernd Salzberger, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie: „Wenn man jemand ist, der ein Risiko für einen schweren Verlauf hat, kann man Neuraminidase-Hemmer nehmen.“ Diese verkürzen Krankheitsdauer und –stärke etwas. „Antibiotika hingegen helfen bei Grippe nichts.“

„Ansonsten helfen vor allem Ruhe und viel zu trinken. Am besten zieht man sich zurück, damit man niemand anderes ansteckt. Arbeiten ist tabu für Grippekranke“, so die Empfehlung von Salzberger.

3 Tipps als Fazit - Grippe-Patienten sollten:

  1. im Bett bleiben und sich schonen
  2. reichlich trinken
  3. fiebersenkende Medikamente und Schmerzmittel - nach Rücksprache mit dem Arzt - nehmen. Diese können gegen hohes Fieber und Gliederschmerzen helfen.

Grippe-Kranke liegen oft mindestens eine Woche lang flach. So lange dauert es, bis die schlimmsten Beschwerden nachlassen. Husten und Erschöpfung können Betroffene länger plagen. Eine Erkältung ist hingegen meist innerhalb einer Woche vorbei.

Ist eine „echte“ Grippe lebensgefährlich?

Gesunden Kindern und Erwachsenen kann eine Grippeinfektion in der Regel nichts anhaben. In manchen Fällen kann die Krankheit aber lebensgefährliche Folgen haben oder zu Folgekrankheiten führen. Davon sind vor allem ältere Menschen und chronisch Kranke betroffen, die ein geschwächtes Immunsystem haben.

Grippe und Covid-19: Unterschiede beim Krankheitsverlauf?

Bei Covid-19-Patienten ist der Anteil schwerer Verläufe deutlich höher als bei Grippe-Patienten. Laut einer RKI-Studie - unter den Erkrankten, die ins Krankenhaus mussten:

  • blieben die Covid-19-Patienten im Schnitt länger in stationärer Behandlung,
  • sie blieben auch öfter und länger auf der Intensivstation.

Aktuelle Fallzahlen intensivmedizinisch behandelter Covid-19-Patienten und Patentinnen zeichnet das DIVI-Intensivregister auf. Zudem erfasst es seit April 2020 täglich die freien und belegten Behandlungskapazitäten in der Intensivmedizin von etwa 1300 Akut-Krankenhäusern in Deutschland.

Wie werden die Influenza-Viren übertragen?

Die Erreger der Grippe und von Covid-19 werden ähnlich übertragen:

  • durch winzige Tröpfchen - etwa wenn ein erkrankter Mensch niest und ein anderer die kleinen Tropfen einatmet.
  • über Gegenstände, auf denen sich Influenza-Viren tummeln - etwa wenn jemand einen Türgriff anfasst und sich später über die Nase fährt oder an die Schleimhäute kommt.

Derzeit gibt es vier Virustypen, die die saisonale Influenza laut RKI verursachen - jeweils zwei Influenza A- und B-Varianten. Davon zirkulieren weltweit verschiedene Varianten, deren Mix sich von Jahr zu Jahr sowie innerhalb einer Saison ändern kann.

Übrigens: Überall, wo sich viele Menschen aufhalten, ist das Risiko einer Grippe-Infektion laut Bundesministerium für Gesundheit erhöht - etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulen oder Einkaufsstätten.

Wie können Sie eine Übertragung der Grippe verhindern?

Schutzmaßnahmen, die das Risiko einer Corona-Übertragung verringern, helfen auch gegen die Verbreitung der Grippe-Viren

  1. Abstand halten
  2. Mund-Nasen-Bedeckung tragen,
  3. Hände gründlich und regelmäßig waschen sowie
  4. Räume intensiv und regelmäßig lüften.

Übrigens: Infizierte können Influenza-Viren bereits einen Tag vor Krankheitsbeginn bis etwa eine Woche nach Auftreten der ersten Krankheitszeichen weiterverbreiten, informiert die BZgA.

Was schützt vor einer Ansteckung mit Grippe?

Eine Impfung - damit können Sie sich gegen Grippe wappnen. Dafür ist im Oktober oder November der beste Zeitpunkt. Dadurch ist man zur Grippe-Hochsaison rund um den Jahreswechsel geschützt.

Denn es dauert etwa zwei Wochen bis sich der körpereigene Schutz vollständig aufgebaut hat. Diese Schutzwirkung nimmt nach etwa drei Monaten langsam ab, erläutert Professor Bernd Salzberger, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie.

Oft beginnen Grippewellen - also eine erhöhte Aktivität von Influenzaviren - am Anfang des Jahres. Weil diese Wellen anschließend drei bis vier Monate dauern können, kann laut Salzberger also auch noch eine Impfung im Dezember oder sogar im Januar sinnvoll sein.

Es gibt vier Virus-Typen - jeweils zwei Influenza A- und B-Varianten. Der saisonale Influenza-Impfstoff enthält laut RKI jeweils Oberflächenbestandteile der Virus-Varianten - sprich Antigene, die für die kommende Saison erwartet werden.

Übrigens: Die Influenza-Impfung schützt nicht vor grippalen Infekten. Denn eine Erkältung wird durch andere Viren übertragen. Somit ist laut RKI eine Erkältung trotz Impfung möglich. Dies spricht nicht für eine fehlende Schutzwirkung der Impfung.