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Wiesbaden: Anhaltender Durchfall kann auf Gluten-Unverträglichkeit hindeuten

Wiesbaden : Anhaltender Durchfall kann auf Gluten-Unverträglichkeit hindeuten

Wer auf laffes Toast gleichermaßen mit Durchfall reagiert wie auf kerniges Vollkornbrot, sollte einen Arzt aufsuchen.

Möglicherweise liegt eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten vor - ein Eiweiß, das in vielen Getreideprodukten vorkommt. „Diese auch Zöliakie genannte Unverträglichkeit ist eine genetisch bedingte, sehr ernstzunehmende Erkrankung”, mahnt Professor Richard Raedsch vom Berufsverband Deutscher Internisten.

Die Gluten-Unverträglichkeit führt zu einer Entzündung und Schädigung der Dünndarmschleimhaut. Nährstoffe können nicht mehr ausreichend aufgenommen werden, es kommt neben Durchfall zu Mangelerscheinungen.

„Mittelfristig besteht bei einer nicht behandelten Zöliakie zudem ein hohes Risiko, dass sich ein Lymphom bildet, eine Art Leukämie des Dünndarms”, sagt Raedsch.

Ein Internist beziehungsweise Gastroenterologe kann mit einer Magenspiegelung abklären, ob eine Zöliakie vorliegt. Dafür überprüft er den Zwölffingerdarm, den obersten Teil des Dünndarms, auf krankhafte Veränderungen. Zudem gibt es bestimmte Marker im Blutbild, die auf die Erkrankung hindeuten können.

Menschen mit einer Gluten-Unverträglichkeit müssen ihr Leben lang eine strenge Diät einhalten und auf Produkte mit dem Getreide-Eiweiß verzichten. Betroffene können sich in Selbsthilfegruppen austauschen, Unterstützung und Informationen über glutenfreie Lebensmittel gibt es bei der Deutschen Zöliakie Gesellschaft.