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Rostock: Angehörige psychisch Kranker müssen auch an sich denken

Rostock : Angehörige psychisch Kranker müssen auch an sich denken

Angehörige psychisch Kranker müssen öfter an sich selbst denken. Sonst bestehe die Gefahr, wegen der großen Belastung selbst zu erkranken, warnt der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern der Familien-Selbsthilfe Psychiatrie in Rostock.

Die 24-Stunden-Betreuung eines Partners oder Kindes zehre an den Nerven. „Man muss sich auch mal eine Auszeit gönnen, damit man nicht unter die Räder kommt”, sagt Roland Hartig, Geschäftsführer des Verbands.

Angehörigen falle es häufig schwer, mit der Diagnose einer psychischen Erkrankung umzugehen. Das zeige sich schon bei den ersten Anzeichen einer Erkrankung: „Wenn der Kranke im Denken, Wollen und Handeln nicht mehr funktioniert´, gibt es Schwierigkeiten”, erklärt der Experte.

Bei einem körperlich Behinderten sei die Ursache für die Krankheit meist eindeutig, und er könne sein Leben oft durch den Einsatz von Hilfsmitteln meistern. „Ein psychisch Kranker kann das oft nicht, und der Grund für seinen Zustand ist für den Angehörigen nicht zu erkennen.”

Selbsthilfegruppen für Angehörige

Die verschiedenen Landesverbände der Familien-Selbsthilfe Psychiatrie bieten für die Angehörigen spezielle Selbsthilfegruppen an. „Einem psychisch Kranken kann man nur helfen, wenn man selber stabil genug ist”, sagt Hartig. In den Gruppen oder Kursen lernten die Betroffenen, wie sie mit den Konflikten umgehen, die sich aus der Erkrankung ergeben.

Dort könnten sie auch lernen, auf Krankheitssymptome zu achten. Dazu zählten zum Beispiel das Abschotten von der Umwelt und irrationales Handeln zum Beispiel bei Schizophrenen.