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Bochum: Alzheimer-Patienten mit einfachen Arbeiten einbeziehen

Bochum : Alzheimer-Patienten mit einfachen Arbeiten einbeziehen

Alzheimer-Patienten können durch praktische Haushaltsarbeiten in den Tagesablauf der Angehörigen eingebunden werden. So fühle sich ein Demenz-Kranker zugehörig, wenn er den Tisch deckt oder Kartoffeln schält, teilt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Bochum mit.

„Auch wenn die Handgriffe nicht mehr so gut sitzen, tut es dem Patienten gut, bei alltäglichen Arbeiten helfen zu können”, erklärt Prof. Richard Dodel von der DGN. „Zudem gibt ein fester Tagesablauf dem Patienten Halt.”

Hilfestellung sollte nur bei solchen Dingen gegeben werden, die der Betroffene nicht mehr allein erledigen kann. „Hinweisschilder in der Wohnung, eine gut lesbare Uhr und ein Kalender mit markiertem Datum können dem Erkrankten die räumliche und zeitliche Orientierung erleichtern”, erklärt der Leiter der Gedächtnisambulanz an der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Marburg.

Die Kommunikation mit einem an Alzheimer erkrankten Menschen wird durch Blickkontakt sowie durch das Sprechen in einfachen und klaren Sätzen verbessert. Bei Fragen sollte der Betroffene nicht durch zu viele Auswahlmöglichkeiten überfordert werden. Mit einem kleinen Angebot wie „Möchtest du Apfelkuchen oder Schokotorte?” kann ein Alzheimer-Patient besser umgehen. Oft helfen Fragen, die mit Ja oder Nein zu beantworten sind, empfiehlt Prof. Dodel. „Durch Gesten oder Berührungen kann dem Erkrankten das Gesagte verdeutlicht werden.”

Schwierige Situationen lassen sich den Angaben zufolge häufig entschärfen, indem man den Kranken in die Arme nimmt. Streicheleinheiten oder seine Lieblingsmusik helfen ihm, zu entspannen. In Deutschland leiden etwa 700.000 Menschen an der Alzheimer-Erkrankung. Betroffen sind laut DGN schätzungsweise fünf Prozent der Menschen über 65 Jahren.