1. Leben
  2. Gesundheit

Düsseldorf: Alzheimer: Oft zu spät erkannt

Düsseldorf : Alzheimer: Oft zu spät erkannt

Die Alzheimer Gesellschaften Nordrhein- Westfalen beklagen große Mängel bei der ärztlichen Versorgung von Demenzkranken.

„Die Diagnose Demenz wird im Schnitt zwei bis drei Jahre zu spät gestellt”, sagte der Vorsitzende des NRW-Landesverbands der Alzheimer-Gesellschaften, Wilhelm Stuhlmann, am Freitag in Düsseldorf. Dadurch gehe wertvolle Zeit für die Behandlung verloren. Vor allem Hausärzte seien mit dem Krankheitsbild nicht vertraut genug. Häufig würden Demenz-Symptome als „normale” Alterserscheinung abgetan. „Hier ist erhöhte Sensibilität erforderlich.”

Die Ärzte seien wegen ihres engen Budgets zudem zurückhaltend bei der Verordnung von Alzheimer-Medikamenten. Stuhlmann schätzt, dass nur 15 Prozent der an Demenz Erkrankten die nötigen Medikamente erhalten, mit denen der Krankheitsverlauf verlangsamt werden könne.

Die Folge sei, dass Demenzpatienten viel zu früh zu schweren Pflegefällen werden. Die Ausbildung der Mediziner auf diesem Gebiet müsse deshalb verbessert werden. In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 300.000 an Alzheimer erkrankte Menschen.

Häufig unterblieben notwendige Untersuchungen. So werde viel zu selten abgeklärt, ob Demenz-Symptome durch eine Fehlfunktion der Schilddrüse ausgelöst werden. Diese Form der Demenz sei relativ leicht zu heilen.

Nach Stuhlmanns Angaben werden pro Jahr rund 20.000 solch behandelbarer Fälle übersehen. Die Patienten landeten dann häufig als Demenz-Kranke im Pflegeheim. „Dass ist ein Drama”, sagte der Mediziner.

Auch bei der Verordnung der Medikamente gebe es häufig Fehler. In einem Pflegeheim mit 100 Betten sei ein Kraft komplett mit Folgen der Nebenwirkungen falscher Kombinationen von Medikamenten beschäftigt.