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Steinbach: Altersdiabetes ist nicht mehr auf Alte beschränkt

Steinbach : Altersdiabetes ist nicht mehr auf Alte beschränkt

Altersdiabetes ist lange nicht mehr auf das Altern beschränkt. Ungesunde Ernährung und Übergewicht haben den Typ-2-Diabetes auch unter jungen Erwachsenen zu einer Massenerkrankung gemacht. Frauen sollten insbesondere vor einer Schwangerschaft auf ihre Linie achten.

„Überschüssige Pfunde erhöhen die Gefahr eines Schwangerschaftsdiabetes”, warnt Klaus König vom Berufsverband der Frauenärzte. Bleibt die Krankheit unbehandelt, kann es zu erheblichen Störungen in der Schwangerschaft kommen. Aber auch die Mutter ist gefährdet. Ein Teil der Frauen mit Gestationsdiabetes entwickelt König zufolge später einen Alterszucker. Wichtig ist deshalb, dass die betroffenen Patientinnen nach der Geburt regelmäßig ihren Blutzucker kontrollieren.

Zwischen sechs bis acht Prozent der Mütter in Deutschland erkranken an Schwangerschaftsdiabetes. Hintergrund ist ein Nachlassen der Insulinfunktion: „Die vermehrte Ausschüttung von Östrogen lässt den Blutzuckerspiegel und den Bedarf an Insulin ansteigen”, erläutert der Gynäkologe. Die Erkrankung wird häufig erst bei Ultraschalluntersuchungen erkannt. „Symptome sind zu viel Fruchtwasser und übergroße Babys”, sagt König.

Bei rechtzeitiger Behandlung sind die Chancen gut, dass Mutter und Kind keine Folgeschäden davontragen. „In der Regel reicht eine Diät beziehungsweise eine spezielle Ernährung aus”, sagt der Gynäkologe. Das bedeutet: Keine weitere Zuckerzufuhr. Die Ernährung sollte auf mehrere kleinere Mahlzeiten am Tag verteilt werden. Zudem wird die weitere Entwicklung des Kindes mit regelmäßigen Ultraschalluntersuchungen kontrolliert.

Um den Gestationsdiabetes im Verlauf der Schwangerschaft sicherer diagnostizieren zu können, drängen Frauenärzte auf die Einführung eines flächendeckenden Screenings. Derzeit müssen Patientinnen die Untersuchung in der Regel selbst bezahlen. „Nur bei Risikopatienten übernehmen die Krankenkassen die Kosten, etwa wenn die Frau bei einer früheren Schwangerschaft schon einmal an Gestationsdiabetes erkrankt war”, erläutert der Gynäkologe.

Vorbeugen lässt sich der Zuckerkrankheit am besten mit reduzierter Kalorienzufuhr und körperlicher Bewegung. „Das regt den Stoffwechsel an und sorgt für eine bessere Verwertung der Nahrung”, sagt König.