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München: Alter spielt bei Herzinfarktgefahr keine Rolle

München : Alter spielt bei Herzinfarktgefahr keine Rolle

Sie tun nicht weh, sind aber lebensgefährlich: Zu hohe Cholesterinwerte können Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen und bis zum Herzinfarkt führen.

„Das Alter des Betroffenen ist für eine Behandlung nicht unbedingt entscheidend”, sagt Prof. Achim Weizel, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen (Lipid-Liga) in München. Bedeutender sei es, wenn zu einem hohen Blutfettwert weitere Risikofaktoren hinzukommen, erläuterte er im Gespräch mit dem dpa-Themendienst anlässlich des Tags des Cholesterin am Freitag (19. Juni).

Gefährlich wird es zum Beispiel, wenn bei nahen Verwandten auch hohe Cholesterinwerte oder Herzerkrankungen vorliegen, der Blutdruck hoch ist, der Betroffene raucht oder Übergewicht hat. „Eine Lifestyle-Änderung ist die Basis gegen zu hohe Werte”, betont Weizel. Er rät zum Nichtrauchen, zu einer an die Mittelmeerkost angepassten Ernährung und mehr Bewegung. Oft reicht das allein aber nicht aus: Dann helfen laut Weizel nur noch Medikamente, sogenannte Statine. Sie senken den Wert des „schlechten” Cholesterins (LDL), um 30 bis 40 Prozent und schützen damit die Gefäße vor Ablagerungen.

Allerdings bekommen ältere Patienten nach einem Herzinfarkt nur halb so oft Statine verschrieben wie junge, kritisiert der Experte. „Sie wirken bei Alten wie bei Jungen - ohne höhere Nebenwirkungen.” Der Effekt sei der gleiche. Er spricht sich daher dafür aus, nach der akuten Behandlung, zum Beispiel mit einem Stent oder Katheter, die Therapie dauerhaft mit den Lipidsenkern fortzusetzen, um weiteren Schäden vorzubeugen.

Cholesterin ist eine Grundsubstanz des Körpers und Bestandteil allen Gewebes. Das LDL-Cholesterin kann Gefäße aber gefährlich verengen und damit zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Sein Anteil im Blut sollte möglichst niedrig sein. Ohne zusätzlichen Risikofaktoren gilt ein Wert von 160 Milligramm oder weniger pro 100 Milliliter Blut als normal. Das „gute” Cholesterin HDL wirkt dagegen der Gefäßverkalkung entgegen, indem es überschüssiges Cholesterin aus dem Körper schleust. Dieser Wert sollte der Lipid-Liga zufolge bei Gesunden mindestens bei 40 Milligramm pro 100 Milliliter liegen.