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Alles Wichtige zur Sedierung für Angstpatienten beim Zahnarzt​

Alles Wichtige : Sedierung für Angstpatienten beim Zahnarzt

Gerne zum Zahnarzt gehen die wenigsten Patienten. Dennoch überwinden sich die meisten, um regelmäßige Vorsorgetermine wahrzunehmen oder benötigte Eingriffe vornehmen zu lassen. Rund 20 Prozent der Bevölkerung innerhalb Deutschlands kämpfen jedoch mit einer regelrechten Zahnbehandlungsangst.

Bei etwa 5 Prozent liegt sogar eine krankhafte Zahnarzt-Phobie vor. Insbesondere längere und komplexe Behandlungen sind für Betroffene nur sehr schwer zu ertragen. Eine Möglichkeit im Umgang mit Angstpatienten ist die intravenöse Sedierung. In der Fachsprache wird sie auch als Analgo-Sedierung bezeichnet. Wie diese Form der Anästhesie funktioniert und worin der Unterschied zur Vollnarkose besteht, haben wir für Sie zusammengefasst.

So ist der Ablauf bei einer Analgo-Sedierung

Neben der lokalen Betäubung und der klassischen Vollnarkose setzen viele Zahnärzte bei Angstpatienten auf das Verfahren der Analgo-Sedierung. Dabei wird der Patient im Dämmerschlafzustand behandelt. Aber wie geht der Zahnarzt dabei konkret vor bzw. welche Schritte beinhaltet die Sedierung? Über einen Venenzugang werden dem Patienten sowohl Schmerz- (= Analgetika) als auch Beruhigungs- oder Schlafmittel (Sedativa) verabreicht. Anschließend stellt sich der sogenannte Dämmerschlaf ein. Einfach erklärt werden somit die Funktionen des zentralen Nervensystems gedämpft.

Kombiniert wird die Analgo-Sedierung stets mit einer lokalen Betäubung der zu behandelnden Bereiche im Mund- und Kieferraum. Diese wird erst vorgenommen, wenn die Einschlafphase abgeschlossen ist. So wird sichergestellt, dass der Patient auch unbewusst keinerlei Schmerzen empfindet. Unmittelbar nach der Behandlung wird die Beaufsichtigung fortgeführt, bis der Dämmerschlaf vollständig nachlässt und der Patient die Praxis im Beisein einer Begleitperson verlassen kann.

Die Vorteile des Dämmerschlafs im Überblick

  • Die beruhigende Sedierung ist für den Körper im Vergleich weniger belastend als eine klassische Vollnarkose.
  • Über die Schmerzfreiheit hinaus wirkt die Sedierung auch angstlösend, was für Angstpatienten wichtig ist.
  • Je nach Wirkstoff hat man wenn überhaupt nur eine eingeschränkte Erinnerung an die Zahnbehandlung, was für Angstpatienten ebenfalls vorteilhaft ist.
  • Im Gegensatz zur Vollnarkose kann der Patient selbstständig atmen und auf verbale oder physische Hinweise während dem Eingriff reagieren.

Unterschied zwischen Sedierung und Vollnarkose

Bei einer Vollnarkose wird der Patient für die Behandlung in einen Zustand des Tiefschlafes versetzt. Somit ist das Schmerzempfinden des gesamten Körpers komplett außer Kraft gesetzt. Einer der wesentlichen Unterschiede zur Sedierung besteht diesbezüglich darin, dass der Patient im Tiefschlaf der Vollnarkose nicht bei Bewusstsein ist. Somit sind Patienten in diesem Fall auch nicht ansprechbar.

Aufgrund der Bewusstlosigkeit muss die Beatmung bei Vollnarkose während der gesamten Zahnbehandlung künstlich erfolgen. Alle Kreislauf- und Atemfunktionen werden dafür ununterbrochen von einem Narkoseteam überwacht. Die Aufwachphase dauert nach einer Vollnarkose im Vergleich zur Sedierung deutlich länger.

Was vor und nach der Sedierung zu beachten ist

Im Aufklärungsgespräch bekommen Patienten in aller Regel einen Anästhesiefragebogen zum Eingriff. Dieser muss ausgefüllt zum Termin mitgebracht werden. Vier Stunden vor der Sedierung sollte keine feste Nahrung mehr aufgenommen und zwei Stunden vorher sollte nichts mehr getrunken werden. Zudem ist es wichtige eine Begleitperson mitzubringen, die in der Praxis wartet und den Patienten anschließend nach Hause fahren kann. Nachdem eine Behandlung im sedierten Zustand stattgefunden hat, werden Patienten mindestens für einen Tag krank geschrieben. Schwere körperliche Aktivitäten sind am Folgetag zu vermeiden.