Berlin: Aigner will Übergewicht schon bei Babys verhindern

Berlin: Aigner will Übergewicht schon bei Babys verhindern

Immer mehr Kinder leiden nach Angaben der Bundesregierung an Übergewicht und Allergien. Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) will übermäßige Pfunde deshalb schon bei Babys vermeiden.

Künftig gibt es bundesweit einheitliche Ernährungsempfehlungen für Eltern, die gemeinsam vom Ministerium und Experten entwickelt wurden. Durch die richtige Ernährung und einen gesunden Lebensstil kann das Risiko einer Erkrankung deutlich reduziert werden, teilte das Ministerium am Donnerstag mit.

In den Empfehlungen wird für das Stillen geworben. „Die beste Form der Ernährung für gesunde Säuglinge in den ersten Lebensmonaten ist das ausschließliche Stillen”, heißt es darin.

Das Stillen könne unter anderem das Risiko für Durchfall und für Mittelohrentzündung senken und auch das für späteres Übergewicht des Kindes. Nach Einschätzung des Netzwerks Junge Familie wirkt sich das Stillen auch positiv auf die Gesundheit der Mutter aus. Das Netzwerk besteht unter anderem aus Kinderärzten und Ernährungsexperten.

Wenn eine Mutter nicht oder nur teilweise stille, sollte das Baby industrielle Säuglingsmilchnahrung bekommen, raten die Experten. Diese Nahrung müsse immer frisch zubereitet werden.

Wenn das Kind ein erhöhtes Allergierisiko hat und nicht gestillt wird, empfehlen die Fachleute hypoallergene Säuglingsnahrung (HA-Nahrung), auch wenn deren Schutzeffekt dabei häufig überschätzt werde.

„Bislang wurden junge Familien mit vielen widersprüchlichen Informationen konfrontiert und waren stark verunsichert”, sagte die Parlamentarische Verbraucherstaatssekretärin Julia Klöckner (CDU). „Mit den neuen, bundesweit einheitlichen Handlungsempfehlungen geben wir den Eltern die Sicherheit, die sie gerade in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder benötigen.”

Der Anteil übergewichtiger Jungen und Mädchen nimmt nach Angaben der Bundesregierung zu. Rund 18 Prozent der Jungen zwischen 14 und 17 Jahren und 16 Prozent der Mädchen wiegen zuviel, ergab die Nationale Verzehrstudie II vor zwei Jahren.

Deshalb rief die Regierung den Aktionsplan Ernährung ins Leben, der auch Aktionen für bessere Ernährung an Schulen beinhaltet. Seit diesem Jahr erhalten zehn Schulen eine Küche, für die sie in einem Wettbewerb überzeugende Ideen vorlegen müssen.