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Münster: Ärztekammer warnt vor tödlichen Risiken in Kosmetikstudios

Münster : Ärztekammer warnt vor tödlichen Risiken in Kosmetikstudios

Nach dem Tod einer Frau in einem westfälischen Kosmetikstudio hat die Ärztekammer Westfalen-Lippe vor tödlichen Risiken bei unsachgemäßen Behandlungen im Schönheitsbereich gewarnt. „Die schnelle Schönheit per Spritze kann lebensgefährlich sein”, erklärte Ärztekammer-Präsident Theodor Windhorst am Mittwoch in Münster.

Nur Ärzte oder medizinisches Fachpersonal unter medizinischer Aufsicht seien berechtigt, Spritzen zu setzen, betonte er. Kunden von Kosmetikstudios rät Windhorst, sich genau über die Qualifikation des Behandelnden zu informieren. Spritzen von medizinischen Laien bei kosmetischen Behandlungen seien unhaltbare Zustände, die abgestellt werden müssten, erklärte Windhorst weiter.

Es könne schlimme Folgen haben, wenn Laien meinten, wie Ärzte handeln zu können. „Wir dürfen die hohe ärztliche und medizinische Qualität in unserem Land nicht auf dem Altar des Schönheitswahns opfern”, betonte der Ärztekammerpräsident. Bei quasi-ärztlichen Behandlungen müsse deshalb gelten: „Finger weg von Spritzen, egal ob zur Faltenglättung oder Schmerzbetäubung vor einer Kosmetikbehandlung.”

Anlass für die Kritik Windhorsts ist der Tod einer Frau, die nach einer falsch gesetzten Betäubungsspritze bei einer kosmetischen Behandlung in Lippstadt ins Koma fiel und verstarb. Gegen die Besitzerin des Studios ermittelt die Staatsanwaltschaft Paderborn wegen fahrlässiger Tötung.