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München: Ärzte ziehen nach Arm-Transplantation erste positive Bilanz

München : Ärzte ziehen nach Arm-Transplantation erste positive Bilanz

Gut zwei Monate nach der weltweit ersten Transplantation von zwei kompletten Armen haben Ärzte eine positive Bilanz des hoch komplizierten Eingriffs gezogen. Der Patient sei wohlauf, sagte der plastische Chirurg vom Münchner Klinikum rechts der Isar, Edgar Biemer, dem Nachrichtenmagazin „Focus”.

„Ihm geht es sehr gut, und er ist weiterhin optimistisch”. Bei dem Mann, dem ein Chirurgenteam die Arme eines Toten transplantiert hatte, gebe es HInweise auf Nervenwachstum, bestätigten die Mediziner.

Der Patient spüre ein erstes Kribbeln in den neuen Gliedmaßen. Dies werde als Zeichen gedeutet, dass die Nerven des Patienten ab der Schulter in den Spenderarm einwachsen. Es dürften allerdings noch ein bis zwei Jahre vergehen, bis der Patient ein Gefühl in den Fingern habe und möglicherweise eine Hand werde bewegen können, hieß es. An diesem Mittwoch (8. Oktober) will sich der Patient auch der Öffentlichkeit in einer Pressekonferenz stellen.

Nicht eingetreten sei die größte Befürchtung der Ärzte, der Körper könnte die fremden Arme nach drei bis vier Wochen wieder abstoßen, hieß es in dem Bericht. Der Körper des Patienten habe das fremde Gewebe mit Hilfe immun-unterdrückender Medikamente akzeptiert. Die Ärzte hätten die Dosis der Immun-Hemmer wie geplant nach und nach gesenkt. Der Psychologin Sibylle Storkebaum sagte der Patient: „Ich habe die Arme von der ersten Sekunde an als meine eigenen angesehen.” Damit habe der Mann eine wichtige Hürde genommen, hieß es.

Die seelische Akzeptanz eines Körperteils von einem Fremden gelte unter Spezialisten als nicht selbstverständlich. „Er war sogar schon einmal im Park spazieren”, sagte Storkebaum dem Magazin. „Dieser Patient hat ja immer an frischer Luft gearbeitet. Da ist es völlig ungewohnt, zweieinhalb Monate im Bett zu liegen.”