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Berlin: Ärzte wollen Kinder-Vorsorgeuntersuchungen ausbauen

Berlin : Ärzte wollen Kinder-Vorsorgeuntersuchungen ausbauen

Vor dem Hintergrund der jüngsten Fälle von Kindesmisshandlung plädieren die Ärzte für einen deutlichen Ausbau der Kinder-Vorsorgeuntersuchungen.

Der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Carl-Heinz Müller, sagte am Mittwoch in Berlin, man arbeite derzeit an einer Vorlage für den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) von Ärzten und Krankenkassen, um die Kinderrichtlinien entsprechend zu ergänzen.

Die bislang nach Alter gestaffelten Vorsorgeuntersuchungen U 1 bis U 9 sollen aufgestockt und inhaltlich erweitert werden. Es sei geplant, die Vorlage bereits im März in den GBA einzubringen.

Vorgeschlagen wird eine zusätzliche Untersuchung U 7a zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr. „Wir schlagen außerdem eine U 10 für Achtjährige und eine U 11 für Zehnjährige vor. Gerade in diesem Alter wirken sich schulische und Sozialisationsprobleme auf die körperliche Gesundheit der Kinder aus”, sagte der KBV-Vorstand weiter. Die beiden zusätzlichen Untersuchungen sollen neben der körperlichen Entwicklung auch psychosoziale Faktoren berücksichtigen.

Die bisherigen U 1 bis U 9 sind Früherkennungsuntersuchungen, die für alle gesetzlich Versicherten kostenfrei sind. Die erste erfolgt direkt nach der Geburt, die weiteren im Abstand von einigen Wochen beziehungsweise Monaten bis zum sechsten Lebensjahr. Die Ärzte überprüfen dabei unter anderem Organfunktionen, Beweglichkeit und Reaktionsvermögen, den Impfstatus, aber auch die geistige und soziale Entwicklung der Kinder.