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Bremen: Ärzte warnen vor Antibiotika-Resistenz bei Kindern

Bremen : Ärzte warnen vor Antibiotika-Resistenz bei Kindern

Immer mehr Krankheitserreger bei Kindern werden resistent gegen Antibiotika.

Je häufiger diese Mittel verschrieben werden, desto mehr steigt die Gefahr, dass sie wirkungslos werden, wie Mediziner am Donnerstag auf einer Fachtagung in Bremen erläuterten. An dem Treffen nahmen rund 500 Kinderärzte teil.

Zwar seien Antibiotika ein sehr wirksames Mittel gegen Erkrankungen wie Lungenentzündung. Aber bei der Vielzahl der Bakterien bestehe die Gefahr, dass eines gegen die Wirkstoffe unempfindlich sei und sich vermehre, sagte der Direktor der Bremer Professor-Hess-Kinderklinik, Hans-Iko Huppertz. „Bei bestimmten Keimen sind entsprechende Antibiotika heute sogar ganz und gar nutzlos.”

Die Medikamente müssten daher mit Bedacht eingesetzt werden. Prof. Reinhard Berner, Leitender Oberarzt der Freiburger Kinderklinik, kritisierte außerdem die Pharmaindustrie, die kein Interesse daran habe, neue Wirkstoffklassen zu entwickeln.

„Mitte des 19. Jahrhunderts sind sieben von zehn Kindern vor ihrem zehnten Geburtstag gestorben”, sagte Berner. Heute sei gerade die Säuglingssterblichkeit erheblich zurückgegangen. „Von 2000 Kindern erreichen 1999 das Ende des ersten Lebensjahrs.” Neben dem Einsatz von Antibiotika sei das auch einer verbesserten Hygiene und der Entwicklung von Impfstoffen zu verdanken. So könne heute fast jedes Kind eine eitrige Hirnhautentzündung überleben. „Vor 60 Jahren war diese Diagnose noch ein Todesurteil”, berichtete Huppertz.

Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung war die Entwicklung neuer Medikamente bei Rheumaerkrankungen. Daran leiden nach Angaben von Michael Borte, Chefarzt an der Leipziger Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, bundesweit rund 20.000 Kinder und Jugendliche. Die neuen Medikamenten dringen seinen Angaben zufolge tiefer in den Entzündungsprozess ein und bekämpfen damit das Rheuma besser.