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Ludwigslust: Absetzen der Pille erzeugt kein Hormonchaos

Ludwigslust : Absetzen der Pille erzeugt kein Hormonchaos

Viele Frauen nehmen schon seit ihrer Jugend die Anti-Baby-Pille.

Wollen sie das Verhütungsmittel absetzen, erwarten sie oft starke Hormonschwankungen, die Pickel und Stimmungstiefs hervorrufen. Doch diese Sorge halten Frauenärzte für unbegründet. „Wenn man die Pille absetzt, entsteht nicht etwa ein Hormonchaos”, sagt Bettina Knuth, stellvertretende Landesvorsitzende des Berufsverbands der Frauenärzte in Mecklenburg-Vorpommern.

Die heutigen Verhütungspillen seien so niedrig dosiert, dass sie den Hormonhaushalt des Körpers während der Einnahme nur sehr sanft beeinflussten. „Hat man die Pille abgesetzt, stellt sich der Körper sofort wieder auf seinen normalen Hormonspiegel um, und man kann auch sofort wieder schwanger werden”, erklärt die Gynäkologin. Man müsse die Dosierung der Pille auch nicht erst langsam reduzieren, wie das bei anderen Medikamenten der Fall sei. Die Einnahme könne man einfach von einem Tag auf den anderen beenden.

Möchte man Kinder bekommen oder auf ein anderes Verhütungsmittel umsteigen, sollte man die Pille noch bis zum Ende der Packung einnehmen und dann aufhören. „Wenn man jedoch Beschwerden wie Thrombosen oder Ähnliches hat, kann man die Pille auch mitten während des Zyklus absetzen”, sagt Bettina Knuth. Sei man zu diesem Zeitpunkt in seinem Zyklus schon sehr weit fortgeschritten, werde durch den Einnahmestopp mitunter eine Abbruchblutung ausgelöst. Danach stelle sich der Körper dann aber wieder auf seinen natürlichen Rhythmus ein.

Der Östrogengehalt der Pille wirkt sich oft positiv auf die Haut aus. Beendet man die Pilleneinnahme, können längst vergessen Pickelprobleme wieder auftreten. „Wer zu unreiner Haut neigt, kann dann auch im Erwachsenenalter plötzlich wieder Pickel bekommen. Das liegt nicht etwa an einem vermeintlichen Hormonchaos durch den Wegfall der Pille, sondern einfach an der Veranlagung”, sagt Knuth. Auch die Menstruation, die durch die Pilleneinnahme regelmäßig geworden war, könne wieder aus dem Takt geraten.

„Diese positiven Effekte fallen übrigens auch dann weg, wenn man auf andere hormonelle Verhütungsmethoden wie die Spirale oder das Stäbchen umsteigt, da diese Mittel meist kein Östrogen enthalten”, sagt Knuth. Sie rät Frauen, die das Verhütungspräparat wechseln wollen, zu einer Probephase. „Es gibt Pillen auf Gestagen-Basis, die ebenfalls kein Östrogen enthalten. Bevor man sich für einen dauerhaften Wechsel entscheidet, kann man mit so einer Pille einige Monate lang testen, wie man ohne die zusätzliche Östrogen-Zufuhr zurechtkommt.”