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Berlin: 2009 kommt der Krankenkassen-Einheitssatz

Berlin : 2009 kommt der Krankenkassen-Einheitssatz

Mit der Gesundheitsreform werden ab dem kommenden Jahr die bislang unterschiedlichen Beiträge der gesetzlichen Krankenkassen abgeschafft und - wie bereits in der Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung - durch einen einheitlichen Satz für alle Beitragszahler abgelöst.

Diesen Satz will die Bundesregierung am 1. November auf Grundlage der Kassenausgaben für 2008 festlegen. Dabei gehen viele Kassen sowie Gesundheitsexperten von einer Steigerung des aktuellen Durchschnittssatzes von 14,8 Prozent auf über 15 Prozent aus.

Gründe dafür sind steigende Ausgaben im Gesundheitswesen wie für Arzneimittel oder Krankenhausbehandlungen. Allerdings haben die Kassen mittlerweile mehr Möglichkeiten, mit den Leistungserbringern oder Pharmaherstellern günstigere Preise auszuhandeln. Beschlossen wurde zugleich, bei der Vergütung der niedergelassenen Ärzte ab 2009 das komplizierte Punktesystem abzuschaffen und durch eine neue Gebührenordnung mit festen Euro-Preisen zu ersetzen. Allein aus dieser Honoraränderung könnte sich laut Experten eine Mehrbelastung von 0,25 Beitragspunkten ergeben.

Vor diesem Hintergrund wird der Beitragssatz bei vielen der momentan 210 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland mit Beginn des kommenden Jahres zum Teil deutlich steigen. Im Gegenzug haben die Kassen aber die Möglichkeit, bei guter Wirtschaftlichkeit ihren Versicherten pauschale Vergünstigungen zu gewähren oder Beiträge zurückzuerstatten.

Kassen mit zusätzlichem Finanzbedarf müssen ihren Versicherten indes eine Zusatzprämie abverlangen. Diese darf höchstens ein Prozent des beitragspflichtigen Einkommens betragen. Sobald ein zusätzlicher Beitrag angekündigt wird, kann der Versicherte die Kasse wechseln.

Finanzielle Grundlage ist der Gesundheitsfonds, der am 1. Januar 2009 in Kraft tritt. Zwar werden die Beiträge von Arbeitgebern und Arbeitnehmern weiterhin von den einzelnen Krankenkassen eingezogen, fließen aber zusammen mit Steuermitteln in den Fonds. Daraus erhalten die Kassen dann für ihre Versicherten Pauschalen zwischen 150 und 170 Euro sowie alters- und risikobezogene Zuschläge. Unter anderem ist ein Ausgleich für 50 bis 80 schwere Krankheiten vorgesehen.

Zudem werden über den Risikostrukturausgleich weiter die Einkommensunterschiede der Versicherten ausgeglichen, wobei dies künftig zu 100 Prozent statt bisher zu 92 Prozent geschehen soll. Dies ist wegen der unterschiedlichen Versicherungsstrukturen der einzelnen Krankenkassen notwendig, da ein erheblicher Teil der rund 72 Millionen gesetzlich Versicherten keine oder nur geringe Beiträge zahlt. In der Gesetzlichen Krankenversicherung GKV sind rund 90 Prozent der Bevölkerung in Deutschland versichert.