Düsseldorf: 14.000 Menschen in NRW leben mit HIV: 130 Tote im letzten Jahr

Düsseldorf: 14.000 Menschen in NRW leben mit HIV: 130 Tote im letzten Jahr

In Nordrhein-Westfalen stecken sich unvermindert viele Menschen mit dem Aids-Erreger HIV an. Im vergangenen Jahr erhöhte sich die Zahl der Infizierten um 735 Männer und Frauen, berichtete die Aids-Hilfe am Dienstag in Düsseldorf.

In NRW leben jetzt rund 14.000 Menschen mit dem HI-Virus - so viele wie noch nie. Dies liege daran, dass HIV-Infizierte dank wirksamerer Medizin inzwischen länger lebten, sagte der Vize-Vorsitzende der Aids-Hilfe, Klaus-Peter Schäfer. Bei 220 HIV-Infizierten kam Aids im vergangenen Jahr zum Ausbruch, etwa 130 starben an der Krankheit. Seit 1982 gab es etwa 5900 Aids-Tote in NRW.

Schäfer beklagte einen „bisweilen inakzeptablen gesellschaftlichen Umgang mit HIV”. Vereinzelt komme es sogar zu Gewalt gegen Projekte der Aids-Hilfe. In Bielefeld sei auf eine von der Aids-Hilfe errichtete Tierpension zweimal ein Brandanschlag verübt worden. Der Sachschaden betrage mindestens 100.000 Euro. Die Tierpension soll HIV-Infizierten Arbeitsplätze bieten.

Über die Beratung hinaus baut die Aids-Hilfe ihr Angebot weiter aus. In Köln und Essen gebe es mittlerweile Wohnprojekte für HIV-positive Menschen, in Düsseldorf sei ein ähnliches Haus geplant. Die wachsende Zahl HIV-Infizierter und ihr steigendes Alter stellten die Aids-Hilfe vor neue Herausforderungen, sagte Landesgeschäftsführer Dirk Meyer. Ein Unsicherheitsfaktor sei die beschlossene Kommunalisierung der Aidsprävention. Dadurch gerate die Aids-Hilfe in Konkurrenz zu den öffentlichen Gesundheitsdiensten oder den Angeboten der Drogen- und Suchtberatung.

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