Zinsen nach wie vor am Tiefpunkt? Drei Alternativen für Anleger

Frankfurt: Zinsen nach wie vor am Tiefpunkt? Drei Alternativen für Anleger

Seit der Pleite der US-Bank Lehman Brothers und der Staatsschuldenkrise sind die Leitzinsen in der Eurozone auf einem historischen Tiefstand angekommen. Private Haushalte, die auf der Suche nach einem Kredit zur Konsumfinanzierung oder für den Hausbau sind, profitieren von dieser Entwicklung.

Wie die Statistiken der Bundesbank belegen, ist das Volumen der vergebenen Finanzierungen seit Jahren hoch. Auf der anderen Seite leiden Sparer und Anleger unter dieser Situation, da für Zinseinlagen wie Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld kaum noch eine nennenswerte Rendite zu erwirtschaften ist.

Der Grund: Habenzinsen und Renditen für verzinste Kapitalanlagen sind - wie die Leitzinsen - historisch niedrig. Wer noch Geld auf einem Sparbuch hortet, erzielt inzwischen einen Verlust, da die Inflation inzwischen jeden Wertzuwachs auffrisst. Was bleibt, ist der Blick auf die Alternativen. Hier gibt es derzeit kaum andere Optionen als der Blick auf die Aktien- und Wertpapiermärkte. Doch wie kann Kapital investiert werden und was müssen Anleger dabei beachten? In diesem Artikel sollen die einzelnen Alternativen etwas genauer aufgezeigt werden.

1. Investment in Aktien

Aktien sind die klassischen Wertpapiere, wenn es um den Einstieg an den Börsen geht. Wie viel ein Anleger mit den Anteilsscheinen verdient, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es geht unter anderem um den Markt und die Branche. Entscheidend kann aber auch der Einstiegszeitpunkt sein. Beispiel: Wer 2011 in Aktien eingestiegen ist, durfte sich bei einem Verkauf im Jahr 2016 über eine Rendite von mehr als 14 Prozent pro Jahr freuen.

Zumindest im Durchschnitt, denn diese Werte stammen aus dem Renditedreieck des DAI für Investments, die den DAX abbilden. Letzteres vermittelt einen Eindruck von den Möglichkeiten, welche der Aktienmarkt bietet. Die Grundvoraussetzung für den Handel ist das Aktiendepot.

Letzteres wird bei einem Broker eröffnet und dient quasi als Verwahrkonto, über welche Zu- und Abgänge aus dem Portfolio gebucht werden. Zum Depot gehört meist ein Verrechnungskonto. Was ist für die Depotauswahl wichtig? Grundsätzlich sehen viele Anleger zuerst die Depotgebühren. Und bevorzugen ein Aktiendepot ohne monatliche Depotführungskosten. Dabei sind:

· Handelsplatzentgelte

· Orderprovisionen

· Servicegebühren

oft deutlich wichtiger. Das zeigen entsprechende Vergleiche immer wieder. Denn auf lange Sicht kommt es vor allem darauf an, wie stark die Rendite beim Traden durch Gebühren eingeschränkt wird.

Orderprovisionen können - wenn sie prozentual auf die Transaktion umgelegt werden - eine erhebliche Höhe erreichen. Es ist deshalb zu empfehlen, die Festpreismodelle zu prüfen und sich stets einen Gesamteindruck von den Kosten und Leistungen eines Depotkontos zu verschaffen.

2. CFDs & Forex: Hebelprodukte sind für Profis

Hohe Gewinne an der Börse einfahren - wer dieses Ziel hat, muss etwas riskieren. Rendite und Risiko wachsen gemeinsam. In den letzten Jahren haben speziell Derivate einen gewissen Reiz entwickelt. Hier ist ein Beispiel der Differenzkontrakt oder CFD. Gehandelt werden Kursdifferenzen und nicht das eigentliche Wertpapier.

Der Vorteil: Durch den Hebel kann ein Anleger hohe Summen bewegen - und muss dafür am Ende nur eine niedrige Sicherheitsleistung hinterlegen. Das Problem liegt darin, dass der Hebel in beide Richtungen wird. Heißt am Ende, dass auch Verluste gehebelt werden. Und hier haben in der Vergangenheit Trader mitunter alles verloren. Aufgrund dieser Tatsache sind Hebelprodukte eigentlich Profis mit Know-how und Erfahrung vorbehalten.

3. ETFs als Alternative den Einstieg

Was den Einstieg an den Börsen für Neulinge so schwierig macht, ist der Umfang an Informationen, auf deren Basis Entscheidungen getroffen werden. Und es geht an den Börsen nichts ohne Strategie. Damit besteht die Gefahr, bereits zu Beginn hohe Verluste einzufahren.

ETFs werden seit Jahren immer wieder empfohlen, wenn es um Produkte für den Einsteiger geht. Dahinter verbirgt sich eine besondere Form des Investmentfonds. Dieser wird nicht aktiv - entsprechend der Performance einzelner Positionen verwaltet - sondern vollzieht einen Index nach. Diese passive Verwaltung macht den ETF preisgünstiger.

Zudem gelten die ETFs als vergleichsweise sicher und haben einen weiteren Vorteil. Anleger können diese bei vielen Brokern in Sparpläne integrieren und damit auch in kleinen Raten sparen. Eine Tatsache, die gerade dem Börsenneuling gelegen kommt. Aber: Auch ETFs haben Nachteile. Dazu gehört die Tatsache, dass ein ETF Werte, die sich über den Durchschnitt des Index entwickeln, in ihrer Wirkung dämpft.

Fazit: Anleger müssen sich nach Alternativen umsehen

Vermögen aufbauen - über Jahrzehnte haben Haushalte auf Sparprodukte und Versicherungen gesetzt. Seit die Zinsen auf einem historisch niedrigen Stand angekommen sind, steigt die Zahl jener Menschen, die direkt in Aktien investieren. Diese verfolgen ein Ziel: Das Erzielen einer Rendite, welche die Inflationsrate schlägt. Sicherheit ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Faktor. Wer sich für Aktien entscheidet, muss mit gewissen Risiken leben. Die Kurse gehen schließlich nicht immer nach oben. Eine mögliche Option für den Einstieg sind ETFs. Diese Fonds bilden einen Index nach - wie den DAX oder Dow Jones. Der Vorteil dieses Produkts ist die Möglichkeit, Ausreißer nach unten zu dämpfen. Eines brauchen Anleger aber immer - ein Wertpapierdepot. Und mit dessen Auswahl stellen Anleger die Weichen für ihren Ertrag.

(vo)
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