Wie NRW gegen illegale Aktivitäten im Darknet vorgehen will

Cyberkriminalität : Wie NRW gegen illegale Aktivitäten im Darknet vorgehen will

Das Internet hat das Leben revolutioniert. Heute kann man sich ein Leben ohne Internetzugang gar nicht mehr vorstellen. Man kann kostenlose Schriftstücke übermitteln (E-Mail), bekommt Nachrichten aus der ganzen Welt (News-Seiten) und kann binnen Sekunden Geld transferieren.

Anfang März feierte das Word Wide Web den 30. Geburtstag. Aber das sogenannte WWW ist nur ein Teil des Internets. Diverse Teile erreicht man nämlich nur, wenn man sich eine bestimmte Software auf den Rechner installiert - dazu gehört etwa der „TOR“-Browser. Eine derartige Software anonymisiert den Datenverkehr und bietet zudem auch einen Zugang zu Seiten, die mit einem klassischen Browser gar nicht gefunden werden können. Jene Seiten, die nur mit „TOR“ und nicht etwa mit Mozilla Firefox oder dem Internet Explorer aufgerufen werden können, bilden das sogenannte Darknet.

Zwischen Drogenhandel und Kinderpornografie

Das Darknet ist natürlich berüchtigt. Hier finden sich Pädophile, die kinderpornografisches Material anbieten und tauschen. Zudem handelt man hier auch mit Drogen. In Deutschland wurde das Darknet erst so richtig durch den Amokläufer von München bekannt, der im Jahr 2016 neun Menschen im und rund um das Olympia-Einkaufszentrum erschossen hat - die Waffe hat er aus dem Darknet bekommen. Und auch wenn das Darknet für Kriminelle ein sicherer Ort zu sein scheint, so wurden nun die Betreiber von „Elysium“, einem Kinderporno-Portal, zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Auch wenn Ermittlungen im Darknet ausgesprochen schwierig sind, so zeigt das Beispiel „Elysium“ aber, dass es nicht unmöglich ist. Denn das Darknet hat auch helle Seiten - so etwa, wenn es um eine anonyme Kommunikation geht. So ist es nämlich den deutschen Fahndern am Ende gelungen, sich in Darknet-Foren einen Überblick zu verschaffen, um so an eindeutiges Material zu gelangen. Hier setzt man „gemorphte“ Fotos ein - also Bilder, auf denen keine wirklichen Menschen zu sehen sind, sondern vom Computer generiert wurden. In einigen Ländern sind Ermittler sogar befugt, selbst im Darknet aktiv zu sein - also auch Seiten zu erstellen, um in weiterer Folge Kriminelle anzulocken.

Foto: geralt / Pixabay.com

Fakt ist: Man hinterlässt, ob im Darknet oder nicht, Spuren - so etwa, wenn man Transaktionen mit Bitcoin oder PayPal durchführt. Genau jene Spuren sind es, die sodann von den Ermittlern aufgenommen und verfolgt werden.

Finger weg vom Darknet

Ein Gesetzesentwurf sieht jetzt vor, dass die Befugnisse der deutschen Ermittlungsbehörden jetzt erweitert werden. Jedoch soll auch geregelt werden, dass das Betreiben illegaler Plattformen, die im Darknet sodann zur Verfügung gestellt werden, auch unter Strafe steht. „Mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe soll bestraft werden, wer eine internetbasierte Leistung, deren Zugang und Erreichbarkeit durch besondere technische Vorkehrungen beschränkt ist, anbietet und deren Zweck oder Tätigkeit darauf gerichtet ist, bestimmte rechtswidrige Taten zu begehen oder zu fördern“ - so der Antrag.

Sollte es zu Beginn nur Strafen geben, sofern ein Zusammenhang mit Drogen- wie Waffenhandel und Hackerangriffen hergestellt werden konnte, so wurde der Katalog der strafbaren Taten jedoch ausgeweitet. Während das Innenministerium die Vorschläge begrüßt, gibt es von den Netzaktivisten hingegen Kritik.

Ermittler können immer wieder Erfolge verbuchen

Dass die Ermittlungen im Darknet immer wieder zu Erfolge führen, hat auch der letzte Fall in NRW gezeigt, als der Zoll im Zuge einer Razzia eine Bande Doping-Dealer festnehmen konnte.

Die Bande betrieb einen Online-Shop, der nach Angaben der Staatsanwaltschaft Köln von Freizeitsportlern der Bodybuilder-Szene genutzt wurde. Einige Bandenmitglieder haben im „großen Stil“ verkauft - so etwa an Zwischenhändler und auch in das europäische Ausland.

Insgesamt wurden 13 Objekte durchsucht - unter anderem in Wuppertal wie Neuss. In zwei Lagern haben die Beamten Steroide und auch andere Dopingmittel gefunden - so etwa auch eine Substanz, die den Namen Follistatin trägt. Dabei handelt es sich, so die Experten, um eine „neue Form der Eskalation im Freizeitsport“. Zudem wurden von den Fahndern mehrere Waffen wie auch Munition, Bargeld und auch Bitcoins gefunden. Des Weiteren stellte man auch teure Uhren und auch Luxus-Autos sicher.

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