Berlin: Wie lohnend und sicher ist die Anlage in Gold heute?

Berlin: Wie lohnend und sicher ist die Anlage in Gold heute?

Gold ist eine Geldanlage mit langer Tradition - und galt immer als „sicherer Hafen”, als Geldanlage, auf die man sich verlassen kann. Und noch heute ist Gold so sicher, dass ein Totalverlust nahezu ausgeschlossen ist.

Anders als etwa bei Anleihen oder Zertifikaten, die mit einer Insolvenz des Emittenten praktisch wertlos werden, besteht die Gefahr eines kompletten Verlustes des eingesetzten Kapitals bei einer Goldanlage nicht. Das ist allein schon der Tatsache geschuldet, dass Gold - anders als Wertpapiere - auch einen materiellen besitzt. Auf der andern Seite bringt Gold aber keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden. Gewinn lässt sich nur dann erwirtschaften, wenn der Goldpreis steigt und Anleger mit Gewinn verkaufen. Genauso gut kann der Goldpreis aber auch fallen - und dem Anleger Verluste einbringen.

„Die Entwicklung des Goldkurses kann niemand sicher vorhersehen”, sagt Sven Kretzschmar von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt. Wegen des Kursrisikos hat Gold als Geldanlage einen spekulativen Charakter. Hinzu kommt, dass Gold für deutsche Anleger immer auch ein Währungsrisiko beinhaltet, weil es an internationalen Börsen in US-Dollar gehandelt wird. Insgesamt lässt sich Gold daher eher als risikoreiche Geldanlage einordnen.

Reines Gold im Safe

Wer in das Edelmetall investieren möchte, hat zunächst einmal die Möglichkeit, Gold in physischer Form zu erwerben. Hierzu bieten sich entweder Goldbarren oder aber anerkannte Goldanlagemünzen wie Britannia, Eagle, Krügerrand oder Maple Leaf an. Der Kauf von Goldstücken ist allerdings für Privatanleger mit zwei großen Nachteilen verbunden.

Zum einen müssen sie einen Aufschlag auf den aktuellen Kurs zahlen. Dabei gilt, je kleiner die Stückelung, desto größer ist der Aufschlag auf den Goldpreis. Zum anderen müssen sich Goldkäufer auch Gedanken um die sichere Lagerung des Edelmetalls machen. Wenn das Gold in einem Bankschließfach deponiert werden soll, entstehen zusätzliche Kosten, die eine mögliche Rendite drücken.

Indirekte Goldanlage über den Kapitalmarkt

Anstatt von Goldbarren oder Münzen zu kaufen, können Anleger auch am Kapitalmarkt in Goldaktien, Goldfonds oder Goldzertifikate investieren. Börsengehandelte Goldzertifikate bilden durch Finanzinstrumente die Entwicklung des Goldpreises nach, sodass Anleger an der Wertentwicklung des Goldes teilhaben, ohne tatsächlich Gold besitzen zu müssen.

Anleger sparen damit einerseits die Lagerkosten, sind dafür aber auch einem Emittentenrisiko ausgeliefert. „Bei einigen Anlageprodukten wie beispielsweise Goldzertifikaten ist aufgrund des Emittentenrisikos - also des Risikos, dass der Herausgeber des Zertifikats pleitegeht - ein Totalverlust möglich”, erläutert Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW.

Eine weitere Option in Gold zu investieren, sind Goldfonds und Goldaktien. Genau genommen wird hier allerdings in Minen und Explorationsgesellschaften investiert. Anleger sollten dabei bedenken, dass der Kurs solcher Papiere zwar vom Goldpreis beeinflusst wird, aber dennoch erheblich von der Entwicklung des Goldpreises abweichen können, etwa wenn das Unternehmen schlecht wirtschaftet. Ohnehin gelten Goldminenaktien als ausgesprochen risikoreich, weil ihre Kurse meist stärker schwanken als der Goldpreis.

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