Biallos Ratgeber: Wie am Ende mehr Geld reinkommt

Biallos Ratgeber : Wie am Ende mehr Geld reinkommt

Der Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) schlägt eine Grundrente gegen Altersarmut vor. Damit sollen Beitragsjahre von langjährig Versicherten mit niedrigem Verdienst für die Rente aufgewertet werden. Schon heute gibt es solche Aufwertungen. Wen betrifft das und wie funktioniert es?

Azubis: Das Arbeitsleben beginnt seit jeher für Auszubildende mit einem niedrigen Ausbildungsentgelt und entsprechend niedrigen Rentenbeiträgen. Dabei bleibt es allerdings nicht. Bis zu drei Ausbildungsjahre werden nämlich höhergewertet. In den meisten Fällen auf 75 Prozent des Durchschnittsverdienstes aller Versicherten im jeweiligen Jahr. Ein Beispiel: Ein Lehrling verdiente 1970 monatlich 200 Deutsche Mark (DM) brutto. Für die Rente ist diese Zeit aber meist so viel wert wie ein Job mit einem Monatsverdienst von damals 834 DM. Von einer Aufwertung für frühere Ausbildungszeiten profitieren heute schätzungsweise zwölf Millionen Rentner.

Tipp: Im Versicherungsverlauf der Deutschen Rentenversicherung (DRV) muss für die entsprechenden Zeiten „Pflichtbeiträge berufliche Ausbildung“ vermerkt sein. Fehlt dieser Vermerk, so gibt es auch keine Höherwertung.

Mütter: Bis zum zehnten Lebensjahr eines Kindes wird eine Kinderberücksichtigungszeit anerkannt. Davon profitieren Mütter und manchmal auch Väter ab dem dritten Geburtstag eines Kindes. Voraussetzung: Sie haben eine niedrig entlohnte sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, meist geht es dabei um Teilzeitjobs. Der Lohn kann dann für die Rente um bis zu 50 Prozent aufgewertet werden – allerdings höchstens bis zum Durchschnittsentgelt aller Versicherten im jeweiligen Jahr. Im Jahr 2019 liegt dieses bei rund 3.200 Euro im Monat. Die Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung sollten im Standardfall nach Ablauf dieser Zeit – also zehn Jahre nach der Geburt – beantragt werden“, rät Dirk Manthey von der DRV. Tipp: Viele Mütter haben einen Minijob. Auch sie profitieren von der Aufwertung – doch nur, wenn der Job rentenversicherungspflichtig ist. Wer die Versicherungspflicht abwählt, verschenkt Rentenansprüche.

Geringverdiener: Für Beschäftigungsjahre vor 1992 gibt es eine Höherbewertung für Zeiten mit niedrigem Entgelt. Dafür sorgt die Rente nach „Mindestentgeltpunkten“. Davon profitieren heute noch rund 3,6 Millionen Rentner. Wenn zum Beispiel ein Versicherter zwischen 1972 und 1991 jeweils nur die Hälfte des durchschnittlichen Entgelts aller Versicherten erzielt hat und die Voraussetzungen für die Rente nach Mindestentgeltpunkten erfüllt, dann bekommt er gut 160 Euro Rente mehr im Monat. Die Regelung kommt für diejenigen in Frage, die zum Zeitpunkt des Rentenbeginns 35 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten nachweisen können, wobei auch Berücksichtigungszeiten mitgerechnet werden.

Grundrente: Die vom Bundesarbeitsminister geplante Grundrente soll ganz ähnlich funktionieren wie die Rente nach Mindestentgeltpunkten. Sie soll Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet haben und trotzdem nur eine gesetzliche Rente unterhalb des Existenzminimums bekommen, ein Rentenplus von bis zu 448 Euro bringen. Drei bis vier Millionen Geringverdiener sollen hierdurch bessergestellt werden. Voraussetzung soll sein, dass 35 Jahre mit Beitragszahlung, Kindererziehung oder Pflegetätigkeit nachgewiesen werden.

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