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Aachen: Wer sparen will, sollte seinen Baum auf dem Land kaufen

Aachen : Wer sparen will, sollte seinen Baum auf dem Land kaufen

Dicht behängt mit Kugeln, Holzengeln und Kerzen werden an Heiligabend rund 27 Millionen Weihnachtsbäume in deutschen Wohnungen erstrahlen. Rund 70 Prozent stammen aus heimischen Wäldern, der größte Teil davon kommt aus dem Sauerland.

„Das ist das größte Anbaugebiet in ganz Europa”, sagt Manfred Graf vom Arbeitskreis Heimischer Christbaum (AKHC) der Forstkammer Baden-Württemberg. Obwohl in Deutschland nahezu flächendeckend Weihnachtsbäume angebaut werden, liegen die Hochburgen der heimischen Christbaumproduktion in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Zusätzlich werden sich unter rund 5,5 Millionen dänischen Weihnachtsbäumen die Geschenke in Deutschland stapeln. Zwischen 17 und 19 Euro müssen die Käufer für einen Meter der Nordmanntanne zahlen. Das ist eine Preissteigerung zum Vorjahr von 12 bis 15 Prozent. Auch die Preise für heimische Bäume werden anziehen. „Ich rechne mit einer Erhöhung von maximal zehn Prozent”, sagt Christoph Rullmann von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.

So werden die Baumkäufer für eine heimische Nordmanntanne bis zu 15 Euro pro Meter ausgeben müssen. Grund für die Preissteigerung sind Spätfrostschäden im Vorjahr und die extreme Kälte Anfang dieses Jahres.

Wer sparen will, sollte seinen Baum auf dem Land kaufen. Dort sind die Christbäume nach den Worten Grafs günstiger als in der Stadt. Zudem bieten die Bauern oft ein Begleitprogramm zum Baumkauf an. „Viele veranstalten für die Kinder Kutschfahrten im Wald oder machen ein Lagerfeuer”, erläutert Rullmann. So werde das Baumfällen zum „vorweihnachtlichen Event”. Allerdings verkaufen den Großteil der Weihnachtsbäume in Deutschland Supermarktketten und Baumärkte.

Doch sowohl heimische Händler als auch Großhändler werden in diesem Jahr Engpässe bei hohen Weihnachtsbäumen haben. „Es wird schwierig sein, einen Baum mit einer Größe von mehr als zwei Metern zu finden”, sagt Graf. Die Bauern hätten im Vorjahr noch nicht ausgewachsene Bäume gefällt, die dieses Jahr fehlten.

Allerdings sei der Trend zu hohen Bäumen ohnehin rückläufig. „Die Wohnungen werden kleiner und die Leute wollen einen Baum, der wenig Platz wegnimmt”, erläutert Rullmann. Der Traumbaum habe in Deutschland viele geschlossene Etagen und sei zwischen 1,50 Meter und 2,50 Meter hoch.

Trotz kleiner Wohnungen und Sparsinn haben die Deutschen aber längst nicht mehr nur einen Baum. „Der Trend geht zum Zweitbaum, weil sich der Weihnachtsbaum zum Deko-Element entwickelt”, sagt der Experte der Schutzgemeinschaft. Bereits zu Beginn der Adventszeit stehen bunt geschmückte Bäume auf den Balkonen. Vor Heiligabend wird dann noch einer für die Wohnung gekauft.

Dabei handelt es sich meist um den Lieblingsbaum der Deutschen: die Nordmanntanne. Sie hat in den vergangenen fünfzehn Jahren die Blaufichte eingeholt und ist so beliebt, weil die Nadeln lange halten. Im Unterschied zur Fichte sitzen die Nadeln nicht direkt am Ast, sondern sind mit diesem über eine Art Saugnapf verbunden.

Damit die Nadeln noch länger am Christbaum bleiben, sollen die Bäume schattig sowie trocken gelagert werden und in Zuckerwasser stehen. Gerade Bäume mit Ballen müssen aufmerksam gepflegt werden. Sie dürfen nicht 14 Tage in der Wohnung stehen und müssen regelmäßig gegossen werden. „Am besten sie werden nur an den Feiertagen reingestellt und dann schnell wieder raus”, sagt Rullmann.