Aachen: Wer haftet bei Gefälligkeitsdiensten?

Aachen: Wer haftet bei Gefälligkeitsdiensten?

Für einige Tage die Blumen des Nachbars gießen, oder mal eben einem Freund beim Umzug helfen - nette Gesten. Aber was passiert, wenn dabei etwas zu Bruch geht?

Während der Ferienzeit mal die Katze füttern oder beim Umzug mal eben mit anpacken. Solche Gefälligkeiten übt man gerne bei netten Nachbarn bzw. guten Freunden aus. Aber hin und wieder kann es, trotz bester Absicht vorkommen, dass ein Gegenstand Schaden nimmt.

Laut Statistiken der Versicherungsanbieter geschehen solche Malheure öfter als vermutet.

Welche Leistungen übernimmt die Haftpflichtversicherung?

Bei solch einem kleineren Missgeschick geht der hilfsbereite Verursacher meist davon aus, dass diese Schäden von der Haftpflichtversicherung übernommen werden. Doch da beginnt meist das Problem. Denn der Gesetzgeber nennt so etwas einen stillschweigenden Haftungsausschluss. Demnach lautet die rechtliche Schlussfolgerung: Wenn der Versicherer (Verursacher) nicht haftet und den entstandenen Schaden nicht ersetzen muss, muss also die Haftpflichtversicherung das auch nicht ("Haftungsausschluss bei Gefälligkeiten"). Und tatsächlich sind typische Gefälligkeitsschäden durch günstige Standardpolicen bei der Privat-Haftpflichtversicherung meist nicht abgedeckt. Auch die Justiz geht in solchen Fällen von einem stillschweigendem Haftungsausschluss aus -; zwischen dem der um Hilfe bat und dem, der half.

Das ist oftmals eine sehr heikle Situation, besonders wenn es Freunde, Verwandte und Nachbarn betrifft. Und da sich viele Verursacher - trotz des Haftungsausschlusses - für den Schadensersatz verantwortlich fühlen, bezahlen sie den Schaden meist aus dem eigenem Portemonnaie. Ein kleiner Gefallen kann hierdurch ziemlich kostspielig werden, oder für ordentlich Missmut sorgen.

Tipp

Überprüfen Sie die Versicherungspolice, bevor Sie Ihre Hilfe einem Freund oder Nachbarn zusagen. Viele moderne Tarife decken auch Schäden bei Gefälligkeitshandlungen ab. Gegebenenfalls aktualisieren Sie Ihren Vertrag. Sollten Sie jedoch solch einen Schutz nicht in Ihrem Vertrag haben, bitten Sie einfach Ihren Freund oder Nachbarn, Sie für die Hilfsaktion von vornherein von jeglicher Haftung bei Missgeschicken freizustellen. Bei einem kleinen Vertrag unter Freunden reicht schon ein einfaches Blatt Papier.

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