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Biallos Ratgeber: Wer den Zuschlag zur Rente erhält

Biallos Ratgeber : Wer den Zuschlag zur Rente erhält

Für die kommende Grundrente müssen Anspruchsberechtigte mehrere Voraussetzungen erfüllen. Ein Überblick.

„Die Grundrente wird für Bestands- und für Neurentner zum 01. Januar 2021 eingeführt“: So heißt es im Beschluss der Großen Koalition vom 10. November 2019. Was kann man heute tun, um 2021 möglicherweise die Grundrente zu erhalten? Es soll keine fixe Grundrente geben. Dafür sollen die Anspruchsberechtigten einen unterschiedlich hohen Zuschlag zu ihrer Rente erhalten. Dafür müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt werden:

Grundrentenzeiten: 35 Versicherungsjahre müssen auf dem Rentenkonto stehen. Dabei werden vor allem Zeiten einer versicherten Beschäftigung zählen. Ebenso Kindererziehungs- und Pflegezeiten sowie Zeiten mit Bezug von Krankengeld, voraussichtlich jedoch nicht Zeiten mit Bezug von Arbeitslosengeld. Bei Müttern zählen die ersten zehn Lebensjahre eines Kindes als „Kinderberücksichtigungszeit“. Die sollte man auf dem Rentenkonto eintragen lassen. Zeiten mit einem Minijob zählen nur als Grundrentenzeit, wenn die Versicherungspflicht des Jobs nicht abgewählt wird.

30-Prozent-Schnitt muss erreicht sein: Wer immer nur Kleinstjobs hatte, wird keinen Zuschlag zu seiner Rente erhalten. Im Schnitt müssen die Betroffenen im Arbeitsleben 30 Prozent des Durchschnittseinkommens aller Versicherten erzielt und entsprechende Beiträge gezahlt haben. Umgekehrt gilt: Wer im Schnitt 80 Prozent des Durchschnittseinkommens erzielt hat, dessen Rente wird nicht aufgestockt.

Einkommensprüfung muss „bestanden“ werden: Es soll eine „abgespeckte“ Bedürftigkeitsprüfung geben. Nach Vermögen und Immobilienbesitz wird nicht gefragt, aber nach dem Einkommen. Alleinstehende mit monatlichen Einkünften von 1250 Euro und Paare mit bis zu 1950 Euro können die Grundrente erhalten – soweit das Koalitionspapier so umgesetzt wird. Dabei wird das zu versteuernde Einkommen unter Hinzurechnung des steuerfrei gestellten Anteils der Rente und aller Kapitalerträge zugrunde gelegt.

Finanzämter müssen mitspielen: Die Einkommensprüfung soll in einem einfachen Verfahren per elektronischem Datenaustausch zwischen den Finanzämtern und der Deutschen Rentenversicherung erfolgen. Für alle Rentner, die meinen, dass die Grundrente für sie in Frage kommt, ist es ratsam, für 2019 eine Steuererklärung abzugeben – auch wenn sie dazu wegen ihrer niedrigen Einkünfte gar nicht verpflichtet sind. Denn 2021 wird bei der Prüfung des Grundrentenanspruchs voraussichtlich der Steuerbescheid von 2019 zugrunde gelegt werden.

Grundsicherung im Alter: Viele Senioren werden trotz der neuen Grundrente zusätzlich noch die Grundsicherung im Alter beim Sozialamt beantragen müssen. Die Betroffenen haben dann jedoch Anspruch auf eine Art „Grundsicherung plus“. Wer nämlich 35 Versicherungsjahre bei der Rente nachweisen kann, für den soll es einen „Rentenfreibetrag“ geben.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers.