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Düren: Wenn das Christkind mal daneben liegt

Düren : Wenn das Christkind mal daneben liegt

Man kennt das ja: Unter dem dichten Nadelkleid des Tannenbaums lugen an Heiligabend hübsch verpackte Geschenke hervor, erfreuen das Herz, schmeicheln dem Auge, steigern die Vorfreude ins schier Unermessliche. Aber nach dem Auspacken kommt manchmal die Ernüchterung. Das Christkind muss sich da wohl vergriffen haben.

Der flauschige Kaschmir-Pullover ist mindestens eine Nummer zu groß, die Goethe-Gesamtausgabe steht schon längst im Bücherschrank, das Laptop passt farblich einfach nicht zum Mobiliar. Was also tun? Wir haben in Düren einmal nachgefragt, wie der Umtausch von Geschenken funktioniert, welche Rechte der Kunde hat und welche der Händler.

Gibt es ein generelles Kundenrecht auf Warenumtausch?

Nein, sagt Martina Wagner von der Dürener Geschäftsstelle der Verbraucherzentrale. „Wenn es keinen Hinweis auf dem Kassenzettel oder keinen Aushang im Geschäft gibt, kann ich nicht davon ausgehen, dass ich den gekauften Artikel umtauschen kann.” Kunden sind also auf die Kulanz des Händlers angewiesen. Verbraucherberaterin Wagner empfiehlt daher, sich schon beim Kauf eine Umtauschmöglichkeit zusichern zu lassen -Êam besten schriftlich. Wichtigste Voraussetzung ist natürlich der Kaufbeleg. Denn ohne Kassenzettel lässt sich nicht einwandfrei nachweisen, wo die Ware tatsächlich gekauft wurde.

Wie sieht es denn in der Dürener Geschäftswelt mit dem Umtausch von Weihnachtsgeschenken aus?

Die meisten Geschäfte sehen dies als Dienst am Kunden, wie eine stichprobenartige Umfrage ergeben hat. „Unser Serviceversprechen lautet: Umtausch gibt es ohne Wenn und Aber - und das seit vielen Jahren”, versichert Peter Pientka, Geschäftsführer der Galeria Kaufhof. „Der Kunde hat bei uns grundsätzlich die Wahl, ob er sich für einen anderen Artikel entscheiden möchte, sein Geld zurückhaben möchte, oder lieber einen Gutschein nimmt.”

Auch der Elektronikfachmarkt Saturn baut ganz auf Kulanzregelungen: „Geräte, die bei uns gekauft worden sind, nehmen wir natürlich zurück - und zwar nicht nur zur Weihnachtszeit”, schildert Geschäftsführerin Karolin Geisler. „Kunden müssen sich also nach den Feiertagen nicht abhetzen.” Voraussetzung sei aber, dass die Ware unbenutzt ist. Wenn der Kassenbeleg fehle, reiche unter Umständen auch das Etikett auf der Verpackung aus, um die Ware zu identifizieren, sagt Geisler. In der Buchhandlung Thalia ist ein Umtausch auch dann möglich, wenn ein Buch in einer anderen Filiale außerhalb von Düren erworben wurde.

Was ist, wenn der Geschenkartikel beschädigt ist?

Im Falle einer Reklamation hat der Käufer klare Rechte gegenüber dem Verkäufer. „Unabhängig von der Art des Artikels besteht eine Gewährleistung von zwei Jahren”, erklärt Verbraucherberaterin Martina Wagner. Bevor der Kunde aber das Geld für die mangelhafte Ware zurückbekommt, muss er dem Händler die Möglichkeit geben, zu reparieren oder Ersatz zu liefern. Grundsätzlich gilt: Innerhalb der ersten sechs Monate nach Kauf liegt es beim Händler nachzuweisen, dass die Ware einwandfrei war, als sie über die Ladentheke ging.

Welche Bedingungen gelten beim Kauf im Internet oder via Katalog?

Beim so genannten Fernabsatz hat der Käufer immer ein Rückgaberecht innerhalb einer bestimmten Frist. Vorausgesetzt es geht um ein Geschäft zwischen Gewerbetreibendem und Endverbraucher, schränkt Martina Wagner von der Verbraucherzentrale ein. Käufern ist es erlaubt, bestellte Waren zu prüfen, bevor sie sich zu einer Rückgabe entscheiden. Textilien beispielsweise darf man demnach anprobieren, allerdings geht es nicht, sie zu tragen und verschwitzt zurückzuschicken.