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Bonn/Berlin: Weißes, Buntes, Dunkles: Drei Waschmittel genügen im Haushalt

Bonn/Berlin : Weißes, Buntes, Dunkles: Drei Waschmittel genügen im Haushalt

Das Waschmittelangebot in Drogerien und Supermärkten wird ständig größer. Immer neue Sorten kommen hinzu: vom Fleckentferner über Waschmittel für niedrige Temperaturen, für Gardinen, Schwarzes, Weißes, Buntes, Feines oder Wolle. Der Verbraucher ist vor dem Regal nicht selten überfordert.

„Im Grunde braucht man nur drei Arten von Waschmitteln”, erklärt Elke Wieczorek vom Netzwerk Haushalt in Bonn. „Unerlässlich sind eins für Buntes, eins für weiße Wäsche und ein Feinwaschmittel.”

Andere Spezialwaschmittel erübrigen sich, insbesondere wenn man ein paar einfache Regeln befolgt. „Wichtig ist es, die Wäsche vorher zu sortieren”, sagt Wieczorek. Die Kriterien lauten nach Temperatur, nach Farbe und nach Art des Gewebes. Außerdem kommt es auf die richtige Dosierung an. Nimmt man zu wenig Waschmittel, kann es sein, dass die Sachen nicht richtig sauber werden.

Andersherum gilt nicht etwa „viel hilft viel”, denn Überdosierung kann zu Waschmittelrückständen in der Kleidung führen. „So entstehen zum Beispiel helle Flecken auf schwarzen Sachen”, erklärt Philip Heldt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Und da Vollwaschmittel Bleichstoffe enthält, darf es nur für weiße Wäsche verwendet werden - bunte oder dunkle Textilien verlieren damit ihre Farben.

Laut Verbraucherzentrale verwenden die Deutschen pro Jahr rund 600.000 Tonnen Waschmittel und etwa 200.000 Tonnen Weichspüler. Wieviel Waschmittel für einen Waschgang nötig ist, entscheiden Verschmutzungsgrad und Wasserhärte. „Auf keinen Fall sollten Verbraucher einfach per Augenmaß dosieren”, sagt Heldt. Besser richten sie sich nach den entsprechenden Angaben auf der Waschmittelverpackung.

Den Härtegrad des Leitungswassers können Verbraucher bei ihrem Wasserversorgungsunternehmen erfragen. Auch auf dessen Internetseite steht womöglich, ob das Wasser weich, mittel und hart ist. Je weicher das Wasser, desto weniger Waschmittel wird benötigt.

Wirklich schmutzig ist Wäsche heutzutage nur noch selten. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland in Berlin (BUND) rät deshalb: „Wird auf der Waschmittel-Packung zwischen leicht, normal und stark verschmutzter Wäsche unterschieden, genügt für Wäsche im Haushalt fast immer die Dosierung für leicht oder normal verschmutzt.” Überdosierung bringe kein besseres Waschergebnis, sondern nur höhere Kosten und eine stärkere Umweltbelastung.

Auch Fleckenmittel seien meist unnötig, sagt Heldt. Besonders wenn man Verschmutzungen sofort behandelt. Wer Fleckenmittel dennoch einsetzen möchte, sollte sie gezielt anwenden: Also bei einem Gras- oder Kaffeefleck das entsprechende Mittel gegen Gras oder Kaffee nehmen. Ob jemand Weichspüler verwendet, ist einerseits Geschmackssache, andererseits eine Frage des Umweltschutzes. „In erster Linie ist es ja wichtig, dass die Wäsche sauber wird, weniger, dass sie duftet”, sagt Heldt.

Kompaktwaschmittel enthalten bereits Enthärter. Wer entsprechend der Wasserhärte wäscht, benötigt keinen Weichspüler, damit die Sachen weich und flauschig werden. Für Menschen mit empfindlicher Haut oder Neurodermitis können Weichspüler aber unerlässlich sein, um mechanische Hautreizungen zu vermeiden.

Um Geldbeutel und Umwelt zu schonen, empfiehlt es sich grundsätzlich, die Waschmaschine nur anzustellen, wenn sie wirklich voll ist. Die einzige Ausnahme ist Feinwäsche. „Um die empfindlichen Textilien nicht zu schädigen, ist es besser, die Maschine nicht ganz zu beladen”, sagt Wiczorek. Oft reichen heute dank neuartiger Waschmittel Temperaturen von 30 bis 40 Grad Celsius, um die Wäsche sauber zu bekommen. „Den 90-Grad-Waschgang braucht man gar nicht mehr”, sagt Wieczorek. Um Bett- und Unterwäsche keimfrei zu halten, sollte sie aber einmal im Monat bei 60 Grad gewaschen werden.

Besonders umweltfreundlich sind laut Umweltbundesamt in Berlin sogenannte Baukastensysteme oder Superkompaktwaschmittel im Tandemsystem. Der Baukasten besteht aus drei Komponenten: einem Basiswaschmittel, einem Enthärter und einem Bleichmittel. Je nach Wasserhärte und Gewebeart wird das Waschmittel individuell zusammengestellt. Bei Feinwäsche wird das Bleichmittel beispielsweise weggelassen. Superkompakte Pulver sind Flüssigwaschmitteln unbedingt vorzuziehen. Denn sie haben einen geringeren Tensidgehalt und belasten Kläranlagen und Gewässer weniger als flüssige Mittel.

Die Verbraucherzentrale rät vom Kauf von Vollwaschmitteln in übergroßen „Jumbo-Packungen” ab. Hier sorgten lediglich Füllstoffe dafür, dass die Packungen möglichst groß aussehen. Kompaktwaschmittel hingegen - Ultra- und Futur-Waschkraft oder auch Megaperls genannt - zeichneten sich durch Sparsamkeit und Umweltverträglichkeit aus. Sie enthalten keine Füllstoffe und verfügen über eine höhere Schüttdichte. Das heißt: Deutlich weniger Waschmittel pro Waschgang liefert die gleiche Leistung.