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Aachen: Was sind Rentenfonds?

Aachen : Was sind Rentenfonds?

Wenn Sie Ihr Geld in Rentenfonds anlegen, investieren Sie in einen bunten Strauß sogenannter verzinslicher Wertpapiere. Sie leihen damit Unternehmen und Staat Geld - gegen Zinsen.

Rentenfonds sind etwas für Rentner, denken Sie? Nein, hierbei ist nicht von den Altersbezügen der Senioren die Rede, und die Anlageform richtet sich auch nicht zwangsläufig an Personen, die für das Alter vorsorgen möchten. Ein Rentenfonds ist ein Investmentfonds, der überwiegend in verzinsliche Wertpapiere, sogenannte Rentenpapiere oder Anleihen, investiert, heißt es bei Deka Investments, der Fondsgesellschaft der Sparkasse. Renten sind in diesem Zusammenhang als Darlehen zu verstehen, welches Anleger an zum Beispiel Unternehmen sowie Staaten verleihen -; gegen Zinsen. Am Ende der Laufzeit bekommen diese ihr Kapital vollständig zurück.

Weniger Auf und Ab als am Aktienmarkt

Sieht man sich die Turbulenzen des Aktienleitindex Dax an, erkennt man den Vorteil von Rentenpapieren sehr deutlich. Renten konnten dabei insbesondere mit der geringen Schwankungsbreite gegenüber Aktien punkten, die in den letzten Jahren durch einige Hochs und Tiefs gingen, sagt Marco Grzesik, Leiter Global Wealth Management Deutschland und Österreich bei der Rentenfondsgesellschaft Pimco. Wobei sich Spitzen-Rentenfonds in puncto Rendite nicht hinter Aktienfonds verstecken müssen. Ganz ohne Risiko geht es aber auch hier nicht. So unterliegen auch die Kurse von Renten gewissen Schwankungen. Der Kurs ist in erster Linie vom derzeitigen Zinsniveau abhängig. Bei Anleihen kommt es zu einem seltsamen Zusammenhang -; auf den ersten Blick. Der Kurs steigt, wenn die Zinsen fallen. Steigen die Zinsen, sinkt der Kurs. Weshalb? Steigt das Zinsniveau an, werden alte Anleihen unattraktiv, da die neu herausgegebenen Papiere höher rentieren. In der Konsequenz verringert sich die Nachfrage nach dem ursprünglichen Papier, wodurch der Kurs zurückgeht. Das größte Risiko für Anleihen wäre ein abrupter und überraschender Zinsanstieg, den wir aber insbesondere in Europa nicht erwarten, nachdem die deutschen Konjunkturindikatoren zuletzt deutlich nachgaben, sagt Grzesik. Ein weiteres Risiko holen sich Anleger an Bord, die mit Anleihen fremder Währungen hantieren.

An Unternehmen und Staaten verdienen

Die größtmögliche Bruchlandung, die einem Anleger am Rentenmarkt drohen kann, ist der Totalausfall des Emittenten. Wer jedoch in einen Rentenfonds investiert, kann dieses Risiko weitestgehend ausschalten. Aber wie sicher ist mein Geld wirklich? Je nach Liquidität des Ausstellers ist dies mehr oder weniger risikoreich. Entsprechend ist auch das Risiko bei einem Rentenfond zu beurteilen. Investiert er in eher risikoreiche Schuldverschreibungen, ist er selber auch eher als risikoreich einzustufen, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Sie sollten sich also bereits vorab kundig machen, welche Anlageschwerpunkte gesetzt werden. Grundsätzlich gilt: Mit einem Rentenfonds investieren Sie in einen bunten Strauß verschiedenster Anleihen. Das reduziert Ihr Risiko bereits erheblich.

Auf die Mischung kommt es an

Anleihen sollten immer einen wichtigen Baustein eines ausgewogenen Portfolios stellen, fährt Grzesik fort. Schon um Risiken zu reduzieren, ist eine Streuung, auch Diversifikation genannt, unersetzlich. Wirtschaftsnobelpreisträger Harry M. Markowitz sagte hierzu einst: Diversifikation ist an der Börse das Einzige, was umsonst ist. Mit Rentenpapieren steigern Sie die Renditeerwartung gegenüber Fest- und Tagesgeld, senken jedoch im gleichen Zug das Risiko riskanterer Geldanlagen wie Aktien oder Aktienfonds. Übrigens: Einige Fondsgesellschaften ermöglichen auch eine automatische monatliche Einzahlung. Fragen Sie am besten nach einem Sparplan.

Geldanlage-Vergleich: Diese Zinsen gibt es derzeit bei Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefen.