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Was ist ein ETF?​

Börsenwissen : Was ist ein ETF?

In Zeiten hoher Inflation und wenig bis keinen Zinsen auf Sparguthaben sind etliche Anleger auf der Suche nach lohnenden Investments. In den letzten Jahren wurden ETFs immer beliebter. Damit soll es möglich sein, einfach und günstig Aktien zu erwerben und Vermögensaufbau zu betreiben.

Doch was sind ETFs eigentlich?

Was ist ein ETF?

Bei einem ETF (englisch: "Exchange Traded Fund") handelt es sich um einen Indexfonds, der an einer Börse gehandelt wird. Somit bildet ein ETF die tatsächliche Wertentwicklung eines bestimmten Index wie zum Beispiel dem DAX oder dem amerikanischen Dow Jones ab.

Das Investmentvehikel ermöglicht es Anlegern, mit nur einem einzigen Wertpapier kostengünstig in komplette Märkte zu investieren. Das bedeutet: Beim Erwerb des MSCI-World-ETF verteilt sich das angelegte Kapital auf knapp 1600 Unternehmen auf der ganzen Welt. Darüber hinaus ist es problemlos realisierbar, auch in andere Anlageklassen als Aktien zu investieren. Beispielsweise ist der Erwerb eines ETF auf nachfolgende Anlageklassen möglich:

  • Rohstoffe
  • Edelmetalle
  • Kryptowährungen

Diese einzigartige Vielfalt ist mit ein Grund, warum ETFs in den letzten Jahren so stark an Popularität gewannen. Immer mehr Menschen kaufen einen oder mehrere ETFs, um ihr Vermögen zu vermehren.

Was ist ein Indexfonds?

Im Gegensatz zu aktiv verwalteten Fonds, bei denen professionelle Investoren nach einer detailliert festgelegten Strategie Unternehmensanteile erwerben, bilden passive Fonds und somit ETFs prinzipiell einen Index ab. Dies hat den Vorteil, dass sich aufwendige Markt- und Aktienanalysen erübrigen. Besonders attraktiv sind Sparpläne auf ETFs. Um den günstigsten Anbieter zu finde, sollte ein ETF-Sparplan-Vergleich durchgeführt werden. Beispiele für einen Index gibt es etliche:

  • DAX
  • S&P 500
  • NASDAQ 100
  • CAC 40

Der DAX ist der bedeutendste deutsche Aktienindex und misst die Wertentwicklung der 40 größten deutschen Unternehmen.

Da es zum Beispiel bei einem ETF auf den MSCI-World nahezu unmöglich wäre, Aktien aller 1600 global verteilten Unternehmen zu kaufen, greifen die Emittenten auf verschiedene Replikationsmethoden zurück. Bei Anlegern besonders beliebt ist die physische Replikation. Bei dieser Methode werden die im Index enthaltenen Aktien tatsächlich erworben und im ETF gehalten. Ferner existieren die synthetische Replikation und die optimierte Indexreplikation.

Was sind die Vorteile von ETFs?

Im Vergleich mit aktiv verwalteten Fonds sind ETFs deutlich günstiger. Die jährlichen Verwaltungsgebühren betragen bei traditionellen Fonds, die aktiv gemanagt werden, in der Regel 1-2 Prozent des Fondsvermögens. ETFs werden demgegenüber für Gebühren in Höhe von 0 bis maximal 0,8 Prozent des Fondsvermögens angeboten. Auch wenn der Unterschied zunächst marginal erscheint, ist das Gegenteil der Fall. Über die Jahre ergeben sich aus diesem Grund Vermögensunterschiede zwischen verschiedenen Anlegern mit vergleichbaren Einzahlungen im vierstelligen Bereich.

Des Weiteren streuen Anleger mit dem Kauf von ETFs die Risiken. Wer einen ETF auf den amerikanischen S&P 500 kauft, erhält für den Investitionsbetrag anteilig 500 Aktien. Dadurch wird das Risiko umgangen, welches Investments in Einzelaktienbergen. Anleger, die alles auf eine Karte setzen, können auch alles verlieren. Selbst große Unternehmen sind nicht davor gefeit, erheblich an Marktkapitalisierung einzubüßen.

Warum verkaufen Banken nur ungern ETFs?

ETFs sind bei Banken unbeliebt. Dies hat einen Grund. Bankberater erhalten für die Vermittlung von Finanzdienstleistungen Provision. Diese wird zumeist von dem Fondsanbieter gezahlt, dessen Produkt an den Kunden verkauft wurde. Bei ETFs gibt es keine Provision. Folglich ist das Anbieten dieses Investmentvehikels für Bankangestellte unattraktiv, da sie auf Provisionen angewiesen sind. Allerdings ist hierbei zu erwähnen, dass dies nicht für Honorarberater gilt. Diese arbeiten unabhängig von Fondsanbietern.

(vo)