Biallos Ratgeber: Wann zahlt die Hausratversicherung?

Biallos Ratgeber : Wann zahlt die Hausratversicherung?

Eine Hausratversicherung ersetzt Schäden an Hab und Gut. Immer? Eben nicht. Die Police ist gespickt mit Besonderheiten.

Nur wer sie kennt, geht sicher, dass ein Schaden in vollem Umfang erstattet wird. Folgende Irrtümer kommen häufig vor.

Wasserschaden: Schäden durch Wasser sind immer gedeckt? Das stimmt leider nicht. Die Hausratversicherung deckt standardmäßig Schäden durch Leitungswasser, Schäden durch Starkregen jedoch nicht. „Dazu benötigt man eine spezielle Elementarschadenabsicherung“, sagt Peter Grieble, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Sie deckt auch Schäden durch Hochwasser oder Schneedruck – Risiken, die in Deutschland immer häufiger auftreten. Ein Elementarschaden­schutz ist in vielen neueren Tarifen bereits automatisch enthalten. Der Schutz kostet je nach Wohnort zwischen 15 und 70 Euro im Jahr.

Versicherungssumme: Der Unterversicherungsverzicht ist eine wichtige Klausel im Vertrag, denn im Schadensfall erstattet der Versicherer Schäden am Hausrat in vollem Umfang, auch wenn die Versicherungssumme niedriger ist, als der tatsächliche Wert des Hausrats. Ohne die Klausel würde der Versicherer einen Schaden nur anteilig erstatten. „Es ist ein klassischer Irrtum zu meinen, damit habe man ein Rundum-sorglos-Paket abgeschlossen“, sagt Grieble. Kommt es zum Totalschaden, etwa durch ein Feuer, ersetzt der Versicherer nur die vereinbarte Versicherungssumme. Der Unterversicherungsverzicht wirkt sich nur positiv bei Teilschäden aus.

Gefahrenerhöhung: Ein Einbruch oder ein Wasserrohrbruch sind immer in vollem Umfang versichert? Das gilt nicht pauschal. „Viele Versicherungsnehmer wissen nicht, dass in der Hausratversicherung Obliegenheitspflichten verankert sind“, sagt Grieble. So muss der Versicherungsnehmer zum Beispiel Gefahrenerhöhungen melden, etwa ein Baugerüst am Haus, weil es die Einbruchgefahr erhöht sowie eine längere Reise. Oder im Winter die Heizkörper so zu regulieren, dass kein Rohrbruch durch Frost entsteht.

Blitzschlag: Schäden durch Blitzschlag sind versichert? Das stimmt. Aber nur, wenn der Blitz beispielsweise in einen Baum einschlägt, dieser auf das Haus fällt und infolgedessen Hausrat zerstört wird. Kommt es aber aufgrund eines Blitzschlags zu einem Überspannungsschaden, sind Schäden nicht automatisch gedeckt, sondern nur, wenn der Tarif das ausdrücklich einschließt.

Grobe Fahrlässigkeit: Ein gekipptes Fenster oder eine nicht abgeschlossene Haustür begünstigen einen Einbruch, eine unbeaufsichtigt brennende Kerze verursacht einen Brand – in diesen Fällen hat der Versicherungsnehmer grob fahrlässig gehandelt. Er trägt eine Mitschuld und der Versicherer darf die Leistung kürzen. Neuere Policen versichern auch grobe Fahrlässigkeit.

Gute Tarife: Alle drei bis fünf Jahre sollten Versicherungsnehmer ihre Hausratpolice überprüfen, rät der Verbraucherschützer. Entspricht die Versicherungssumme noch dem aktuellen Wert des Hausrats? Ist grobe Fahrlässigkeit versichert? Muss der Schutz nachgerüstet werden, lohnt es sich, auch Angebote anderer Versicherer einzuholen. Nicht selten lässt sich ein Leistungsplus sogar mit einer Beitragsersparnis kombinieren.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers.

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