Biallos Ratgeber: Wann ETFs ein Währungsrisiko bergen

Biallos Ratgeber: Wann ETFs ein Währungsrisiko bergen

Die Verbraucherzentralen empfehlen Anlegern, in international ausgerichtete Fonds zu investieren, vorrangig in ETFs auf den MSCI-World-Index. Solche börsengehandelten Fonds enthalten mehr als 1600 Aktien aus über 20 Ländern und notieren mehrheitlich in Dollar. Lauern hier Währungsrisiken?

Einfluss der Fondswährung: Dass die Fondswährung kaum eine Rolle spielt, zeigt sich, wenn man Fonds mit gleichem Anlageuniversum aber unterschiedlicher Währung vergleicht. Ein Beispiel: Der in Dollar notierte UBS MSCI World UCITS ETF erzielte auf Zwölf-Monats-Sicht ein Minus von 1,84 Prozent, während der in Euro notierte Lyxor MSCI World UCITS ETF im gleichen Zeitraum auf ein Plus von 6,49 Prozent kommt. Für Euro-Anleger spielen die unterschiedlichen Ergebnisse aber weniger eine Rolle, denn der UBS ETFs wird an deutschen Börsen in Euro gehandelt. Nach der Umrechnung der Dollar-Werte in die Handelswährung Euro weisen beide Fonds eine fast identische Wertentwicklung auf.

Chancen und Risiken: Gewiefte Anleger könnten versuchen, gezielt in Aktien von Ländern und Regionen zu investieren, in denen sie Aktien- und Währungsgewinne erwarten. „Vorausgesetzt Anleger haben eine klare Vorstellung, wie sich die Wechselkurse entwickeln werden, kann es durchaus sinnvoll sein, auf entsprechende Fonds zu setzen“, sagt Rudolf Geyer, Geschäftsführer der Fondsplattform ebase. Allerdings beinhalten Fremdwährungspositionen im Fonds immer ein zusätzliches Risiko. Denn Wechselkursentwicklungen sind schwer vorherzusagen. Risikodämpfend wirkt bei international investierenden ETFs allerdings die Vielzahl der im Fonds enthaltenen Wertpapiere unterschiedlicher Währungen. So heben sich Wechselkursschwankungen teilweise gegenseitig auf.

Währungsgesicherte ETFs: Wer Wechselkursrisiken komplett ausschließen möchte, der kann währungsgesicherte ETFs kaufen. Dabei werden Devisenschwankungen mittels Währungstermingeschäften minimiert. „Entsprechende Fondsanteile haben in der Regel den Namenszusatz Euro Hedged“ erklärt Geyer. Die Wechselkursabsicherung gibt es allerdings nicht zum Nulltarif. Oft betragen die Zusatzkosten nur wenige Zehntel, sie können aber auch mehr als ein Prozent der Anlagesumme pro Jahr ausmachen. Die Verbraucherzentralen sehen die Gebühren kritisch, denn sie verringern Renditechancen.

Fazit: Unterm Strich muss jeder Anleger selbst entscheiden, wie er investieren will. Wichtigstes Kriterium für ein Investment sollte dabei die Einschätzung des Aktienkurspotenzials des betreffenden Index sein. Währungsschwankungen sind dagegen weniger von Belang. Analysen zeigen, dass sich die Entwicklung vieler Indizes mit und ohne Währungs­sicherung lang­fristig nur gering unterscheidet.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers.

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