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Vorteile der Zweckbindung gegenüber Krediten zur freien Verwendung

Geschickt finanzieren : Vorteile der Zweckbindung gegenüber Krediten zur freien Verwendung

Viele Bankkunden haben früher oder später Bedarf dafür, einen Kredit aufzunehmen. Diese finanzielle Summe verwenden sie anschließend für unterschiedlichste Anschaffungen. Als gängigen Kredit wählen die meisten ein Darlehen ohne festen Verwendungszweck.

Daneben gibt es allerdings auch zweckgebundene Kredite. Obwohl diese Kreditform vorschnell als unangenehm wahrgenommen wird, bringt sie diverse Vorteile mit sich.

Unterschiedliche Kredite mit Zweckbindung möglich

Wie aus den statistischen Erhebungen der Marktstudie für Konsum- und Kfz-Finanzierung hervorgeht, nehmen die meisten Bankkunden einen Ratenkredit auf. Zum Großteil nutzen die Verbraucher hierbei die "Standardvariante" ohne Verwendungszweck. Daneben sind auch Kredite mit Zweckbindung längst nicht mehr unüblich. Diese kommen insbesondere bei einzelnen Darlehensformen wie beispielsweise dem Bauspar- oder Autokredit zum Einsatz. Dank dieser Zweckbindung ist es dem Kreditgeber möglich, das Darlehen oft zu attraktiveren Konditionen anzubieten. Aufgrund der angenehmeren Tilgungsraten fällt es Kreditnehmern wiederum leichter, die monatlichen Belastungen einzuhalten.

Im Gegenzug dazu verlangen Kreditgeber Nachweise vom Kunden, dass der vereinbarte Zweck auch eingehalten wird. Nimmt der Kunde beispielsweise einen Autokredit auf, darf er die Darlehenssumme ausschließlich im Kfz-Bereich anwenden. Neben dem Kauf eines Autos deckt das Darlehen somit beispielsweise größere Reparaturen als Verwendungszweck ab. Damit der Kreditgeber eine Sicherheit bekommt, hinterlegt der Darlehensnehmer meistens den Fahrzeugbrief oder den Kaufvertrag. Auch ein Wohnkredit hat einen gebundenen Zweck. Zwar ist er dem Ratenkredit ähnlich, darf aber nur zweckgebunden für Reparaturen oder Sanierungen eingesetzt werden.

Diese Vorteile haben zweckgebundene Kredite

  Auch im Falle einer Umschuldung macht es Sinn, einen zweckgebundenen Kredit abzuschließen.
 Auch im Falle einer Umschuldung macht es Sinn, einen zweckgebundenen Kredit abzuschließen. Foto: Pixabay/raten-kauf (CC0 Creative Commons)

Kreditnehmer beschleicht oft ein unangenehmes Gefühl, wenn sie sich für ein zweckgebundenes Darlehen entscheiden. Im Allgemeinen bringt die Zweckbindung wiederum Vorteile mit, von denen beide Seiten profitieren.

Günstigere Zinssätze: Da Kreditgeber weniger Risiko eingehen, gewähren sie dem Kunden meistens deutlich niedrigere Zinssätze. Je nachdem, in welchen Raten der Kredit abgezahlt wird, ergibt sich somit ein finanzieller Vorteil für Kreditnehmer. Um das bestmögliche Angebot zu erhalten, sollten Kunden vorab einen Zinsvergleich für Darlehen durchführen und Sparpotenziale finden. Oftmals reichen schon wenige Prozentpunkte aus, um einen deutlich günstigeren Kredit zu erhalten.

Sicherheit für die Bank: Banken profitieren von einem zweckgebundenen Kredit, da sie eine höhere Sicherheit erhalten. Denn mit dem finanzierten Auto oder der finanzierten Immobilie hat der Kreditgeber gleichsam ein Objekt mit hohem Wert als Absicherung. Deshalb stuft die Bank das Risiko, dass der Kredit nicht erfüllt wird, als geringer ein. Davon profitiert schlussendlich auch der Kunde, der den Kredit zu günstigeren Konditionen bekommt. Oftmals gewähren Banken selbst Kunden, die eine nicht gänzlich günstige Ausgangssituation vorweisen, ein solches Darlehen. Im Zweifelsfall macht der Verwendungszweck bei einem Kredit also einen entscheidenden Unterschied aus.

Sicherheit für den Kunden: Ebenso wie die Bank profitieren auch die Kunden von dem zweckgebundenen Kredit. Im Gegensatz zu einem frei verfügbaren Darlehen können Kreditnehmer einen größeren finanziellen Schaden vermeiden. Sollten sie den zweckgebundenen Kredit nicht an die Bank zurückzahlen können, dient das Objekt als Sicherheit. Folglich "verliert" ein Kreditnehmer das zu finanzierende Objekt, erleidet aber davon abgesehen meistens keinen finanziellen Schaden.

Flexibler Auszahlungsmodus: Ein scheinbarer Nachteil, der für Kunden wiederum vorteilhaft sein kann, ergibt sich in den flexiblen Auszahlungsraten. Oftmals zahlen die Banken zweckgebundene Kredite und Verbraucherdarlehen nicht auf einen Schlag aus. Bei einem Immobilienkredit bekommt der Kunde bei einem Neubau beispielsweise mehrere Teilzahlungen. So stellt die Bank sicher, dass das Geld wirklich in die Immobilie fließt. Mitunter erhält auch nicht der Kunde die Darlehenssumme, sondern der Verkäufer.

Kompletter Bedarf abgedeckt: Ein weiterer Vorteil des zweckgebundenen Kredites besteht darin, dass er den kompletten Bedarf deckt. Etwaige, zusätzliche Nebenkosten sind folglich immer im zweckgebundenen Kredit eingerechnet. Verbraucher müssen folglich nicht damit rechnen, plötzlich aus finanzieller Hinsicht auf dem Trockenen zu sitzen.

Unterschiedliche Anbieter: Neben Banken vergeben auch Einzelhändler oder Kreditvermittler zweckgebundene Kredite. Für Kunden gilt es daher zu überlegen, für welche Art Darlehen welcher Kreditgeber in Betracht kommt. So bieten Einzelhändler etwa für neue Gegenstände eine Form des zweckgebundenen Kredits an. Zwar fließt dabei kein Geld, jedoch lassen sich größere Anschaffungen wie beispielsweise Elektronikartikel leichter finanzieren. Vorsicht ist wiederum bei den Zinssätzen geboten. Einige Händler verlangen für Ratenzahlungen teilweise bis zu sieben Prozent Zinsen.

Um kein immenses Minusgeschäft zu machen, sollten Verbraucher die Zinssätze solcher Kredite vorab vergleichen. In manchen Fällen kann es sinnvoller sein, das entsprechende Darlehen bei der Bank aufzunehmen. Auch private Vermittler vergeben zweckgebundene Kredite für Immobilien oder Fahrzeuge. Meistens sind diese Darlehen teurer als bei der Bank, lassen sich aber relativ unkompliziert beantragen. Manche Anbieter gewähren einen solchen Kredit sogar ohne Schufa. In diesen besonderen Fällen zahlen die Kunden dafür jedoch deutlich höhere Zinssätze über dem Marktniveau.

Je nach Verwendungszweck steuerlich absetzbar: Bestimmte zweckbezogene Kreditzinsen lassen sich steuerlich absetzen. Dies kann etwa bei Immobilienkrediten der Fall sein, sofern das Objekt im Anschluss vermietet werden soll. Auch ein Modernisierungskredit lässt sich teilweise steuerlich absetzen. Insbesondere die Kosten für Handwerker können Kunden steuerlich als Werbungskosten geltend machen. Auch andere Reparatur- und Sanierungskosten sowie die Ausgaben für den Makler können steuerlich berücksichtigt werden. Selbiges Prinzip gilt für zweckgebundene Kredite für Selbstständige, Studenten oder Auszubildende. Sie können zweckgebundene Darlehen steuerlich bei den außergewöhnlichen Belastungen angeben.

Andere zweckgebundene Kredite wie etwa der Autokredit sind lediglich in bestimmten Fällen steuerlich absetzbar. Etwa bei Selbstständigen und Freiberuflern, die das Fahrzeug zu beruflichen Zwecken gebrauchen. Sie können Fahrten zu Kunden steuerlich geltend machen, sofern sie alle relevanten Kosten detailliert ins Fahrtenbuch eintragen. Sobald der Kredit nicht dazu dient, um Einnahmen zu erzielen, lassen sich dessen Zinsen nicht steuerlich absetzen.

(vo)