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Aachen: Vollfinanzierung: Ohne Startkapital ins Eigenheim

Aachen : Vollfinanzierung: Ohne Startkapital ins Eigenheim

Viele Käufer erwerben Wohneigentum ohne Eigenkapital. Manche Vollfinanzierung schließt sogar die Kaufnebenkosten mit ein - ein riskantes Spiel. Voraussetzung für eine Vollfinanzierung des Eigenheims ist ein überdurchschnittliches Einkommen, ein besonders sicherer Arbeitsplatz oder Vermögen, das als Sicherheit dienen kann - also eine sehr gute Bonität. Welchen Vorteil hat die Vollfinanzierung?

„Eine 100-Prozent-Finanzierung ermöglicht bereits Berufseinsteigern und jungen Familien ohne dickes Bankkonto die Anschaffung von Wohneigentum“, sagt ein Sprecher der ING-Diba. „Sie profitieren von Mietersparnis und hohem Wohnkomfort von Anfang an.“

Sinnvoll ist die Vollfinanzierung auch für Kapitalanleger und Immobilienkäufer, die zwar über Eigenkapital verfügen, dies jedoch aus Steuer- oder Liquiditätsgründen nicht in die Baufinanzierung einbringen wollen. Schreiben Erwerber die aktuell sehr niedrigen Kreditzinsen langfristig fest, wird die Vollfinanzierung preiswert und kalkulierbar.

Problem Eigenkapital

Viele Käufer möchten zunächst Eigenkapital ansparen, um ihre Bonität zu verbessern und den nötigen Kreditumfang zu senken. Hohe Eigenmittel sind aber kein Garant für eine günstige Baufinanzierung. Zinsanstiege in der Zukunft können den Vorteil des geringeren Kreditbedarfs zunichtemachen.

Bei Vollfinanzierung Risikoprämie

Eine Vollfinanzierung birgt Risiken für die Bank. Manche Institute verzichten deshalb auf entsprechende Angebote, etwa die BB Bank. Lebensversicherungen sind sie sogar gesetzlich untersagt. Geht das Kreditinstitut das Wagnis ein, fordert es eine Risikoprämie. Der Zinsaufschlag auf den aktuellen Basiszins steigt mit dem Finanzierungsanteil an den Gesamtkosten.

Risiken absichern

„Bei einer Vollfinanzierung erhöht das fehlende Eigenkapital die finanzielle Belastung“, warnt Eva Grunwald, Baufinanzierungschefin der Deutschen Bank. Job und Einkommen sollten daher gesichert und der finanzielle Spielraum beim Haushaltsgeld nicht zu knapp bemessen sein. Für Erwerbende sei zudem wichtig, dass sie Rücklagen für notwendige Reparaturen oder Modernisierungen bilden können. „Kapitalanleger sollten eine Finanzreserve gegen Mietausfälle ansparen“, ergänzt Grunwald.

Die Vollfinanzierung erfordert umfassenden Risikoschutz, etwa durch eine Restschuldversicherung. Sie schützt je nach Tarif vor Zahlungsunfähigkeit bei Arbeitslosigkeit, Erwerbsunfähigkeit, Krankheit oder Tod. Die Debeka hält die Police für zwingend: „Wir schließen die Kreditversicherung in der Regel gleich mit ab“, sagt Vorstandmitglied Dirk Botzen.