Berlin: Vier Grundregeln für den eigenen Schutz bei der Geldanlage

Berlin: Vier Grundregeln für den eigenen Schutz bei der Geldanlage

Gerade jetzt, wo die Börsen täglich neue Horrormeldungen produzieren, wollen Anleger so wenig Fehler wie möglich machen. Und tatsächlich können falsche Geld-Entscheidungen jeden ruinieren. Deshalb sollten Anleger einige wichtige Spielregeln beachten.

Grundsätzlich dürfen Anleger nie gierig werden, denn Gier macht unvorsichtig, ebnet Betrügern den Weg und sorgt meist für finanzielle Probleme.

Gerade in Krisenzeiten sind Kunden anfällig für verlockende Angebote: hohe Zinsen ohne Risiko, Geldanlagen mit hohen Steuervorteilen, Rendite auf Kosten anderer. Dabei gilt aber grundsätzlich, dass hohe Renditen immer und ohne Ausnahme das Risiko bergen, viel und vielleicht sogar alles zu verlieren.

Wer deshalb Hilfe sucht, lässt sich häufig bei einer Bank beraten. Oft aber wird aus dem Beratungs- schnell ein Verkaufsgespräch, das teuer werden kann. Anleger sollten deshalb auf ein individuelles Protokoll ihres Gesprächs bei der Bank oder Versicherung bestehen, das wirklich alle Wünsche und Vorstellungen sowie sämtliche Zusagen schriftlich fixiert.

Für seriöse Berater ist das kein Problem, denn das Protokoll ist für sie eine Arbeitserleichterung. Nur unseriöse Berater „verzichten” auf die Protokolle, weil sie Falschberatungen entlarven, oder legen vorausgefüllte Mitschriften vor, die mit dem tatsächlichen Verlauf des Beratungsgespräches nichts zu tun haben.

Auch der Wunsch, Steuern zu sparen, bringt meist viel Ärger. Grundsätzlich gilt: Um einen Euro Steuern zu sparen, müssen selbst Top-Verdiener zwei Euro ausgeben. Je geringer das Einkommen, umso teurer wird die Ersparnis. Steuern sparen kostet also Geld, weil nur anerkannte Ausgaben die Abgaben mindern. Helfen kann daher immer auch eine ehrliche Antwort auf die Frage, ob man das Geld auch ausgeben würde, wenn es nicht beim Steuern sparen helfen würde. Ist die Antwort nein, muss die Entscheidung kritisch überprüft werden.

In schlechten Börsenzeiten rücken stets auch Immobilien in den Fokus. Aber auch beim „Beton-Geld” ist Vorsicht geboten. Schwarze Schafe unter den Anbietern versprechen, eine Immobilie ohne eigenes Geld finanzieren zu können. Ermöglichen sollen das Steuervorteile und künftige Mieteinnahmen.

Allerdings rechnen unseriöse Verkäufer häufig den Aufwand herunter, „vergessen” beispielsweise ausreichende Instandhaltungsrücklagen und kalkulieren mit viel zu hohen Steuervorteilen, die vor allem Geringverdiener niemals erreichen können. Die Kosten werden dadurch weit höher als vor dem Kauf prognostiziert. Fällt dann noch die Miete aus oder ist geringer als angenommen, stehen viele Käufer vor dem Ruin. Solche Rechenmodelle sollte daher immer der eigene Steuerberater gegenrechnen - nur wenn er grünes Licht gibt, kann man sich auf die Kalkulation verlassen.