Aachen: Vielen Frauen droht Altersarmut

Aachen: Vielen Frauen droht Altersarmut

Verheiratete Frauen und Mütter haben im Schnitt weniger Vermögen als Männer. Deshalb sollten sie möglichst früh für das Alter vorsorgen. Altersarmut betrifft in Deutschland vorwiegend Frauen. Das dokumentieren unabhängig voneinander aktuelle Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sowie der Sparkassen Versicherung (SV).

Zwei Drittel der 400.000 Personen, die über 65 Jahre alt sind und Grundsicherung erhalten, sind weiblich, wobei Frauen im Durchschnitt nur 40 Prozent einer Männerrente beziehen. Der Hauptgrund: Bei vielen Frauen wechseln sich im Laufe eines Berufslebens Zeiten der Vollbeschäftigung mit Berufspausen und Teilzeitbeschäftigungen ab. Das reduziert die ohnehin nicht üppige gesetzliche Rente. Dies, steigende Scheidungsraten und ihre längere Lebenserwartung machen eine eigenständige private Altersvorsorge für Frauen daher mittlerweile unverzichtbar.

Partner ist eine wackelige Altersvorsorge

Mit verantwortlich für die mangelnde eigene Absicherung der Frauen ist oftmals noch das konservative Familienbild: Der Mann ist der Hauptversorger, die Frau verdient dazu und ist weitgehend über den Ehegatten abgesichert. Doch Frauen an der Wegkreuzung zu Familie oder Beruf wären gut beraten, ihre Altersvorsorge davon unabhängig zu planen. Denn nahezu jede zweite Ehe wird geschieden. Damit ist der Partner eine wackelige Altersvorsorge. "Frauen in Partnerschaften sollten frühzeitig mehr Wert auf ihre individuelle Altersvorsorge legen", konstatiert daher DIW-Ökonom Markus Grabka. Ihr Risiko, eines Tages in Altersarmut zu leben, sei viel höher als bei Männern. Noch zu oft verlassen sich aber Frauen in Sachen Altersvorsorge auf ihren Märchenprinzen. Dies ist ein Ergebnis der SV-Studie. Danach sorgen in einer Partnerschaft lebende Frauen, die (noch) keine Kinder haben, am schlechtesten für sich vor.

Vollzeit berufstätige Frauen stehen hier zwar besser da, doch sie verdienen rund 20 Prozent weniger als Männer. Bei den gesetzlichen Renten hat all dies zur Folge, dass Frauen 28 Prozent weniger Rente als Männer bekommen. Auf der anderen Seite brauchen aber gerade sie die größeren Summen für ihren dritten Lebensabschnitt, weil sie rund fünf Jahre länger leben und dafür eine sichere Rente brauchen. "Es gibt keine Lebensphase, in der eine Frau auf eine eigenständige Versicherung verzichten sollte. Auch im Hinblick darauf, ihr Alter selbst finanzieren zu können und damit die Kinder finanziell zu entlasten", sagt Daniela Beißwanger, die die Studie für die SV konzipierte.

Früh mit der Altersvorsorge beginnen

Mit der Altersvorsorge beginnen sollte man möglichst früh, spätestens mit dem Berufseintritt. So nimmt man den Zinseszinseffekt mit und spart bis zum Ruhestand eine schöne Summe. "Familiäre oder berufliche Veränderungen machen die meisten Altersvorsorgeprodukte mit. Sie lassen sich an neue Lebenssituationen flexibel anpassen", sagt Beißwanger.

So können beispielsweise in vielen Fällen bereits Hausfrauen über ihren Riester-geförderten Ehegatten einen Riester-Vertrag für nur 60 Euro jährlichen Eigenanteil abschließen. Auch für Minijobberinnen lohnt sich ein Vertrag. Haben sie zum Beispiel keine weiteren Einnahmen, so brauchen sie ebenfalls lediglich 60 Euro im Jahr in einen Riester-Vertrag zu investieren, um die jährliche Grundförderung von 154 Euro zu erhalten. Für jedes Kind gibt es zusätzlich 185 Euro bzw. ab 2008 Geborene sogar 300 Euro jährlich oben drauf. Eine Frau mit einem dreijährigen Kind bekäme so vom Staat 454 Euro im Jahr für ihre Riester-Altersvorsorge geschenkt. Mehr Rendite gibt es kaum bei einem anderen Vorsorgemodell.

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