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Bonn/Berlin: Viele Reparaturen sind steuerlich absetzbar

Bonn/Berlin : Viele Reparaturen sind steuerlich absetzbar

Handwerker und Kunden können jetzt mit einem Blick feststellen, ob sie einen Steuerbonus nutzen können.

Dafür hat das Bundesfinanzministerium eine Liste mit begünstigten und nicht begünstigten haushaltsnahen Dienst- und Handwerkerleistungen veröffentlicht. Doch so einfach liest sich die Liste nicht.

„Bei den derzeitigen Regelungen ist nicht für jeden auf den ersten Blick ersichtlich, was abgesetzt werden darf und was nicht”, sagt Edeltraud Reitzer, stellvertretende Geschäftsführerin vom Verband Wohneigentum in Bonn. Im Zweifel sollten Steuerzahler beim Finanzamt nachfragen.

Die Liste reicht von A wie „Abfallmanagement” bis Z wie „Zubereitung von Mahlzeiten”. Unterschieden wird in der Liste, ob etwas als haushaltsnahe Dienst- oder Handwerkerleistung geltend gemacht werden kann. Ob es sich um das eine oder das andere handelt, ist wichtig.

Grundsätzlich können bei beiden 20 Prozent der Leistungen abgesetzt werden, bei haushaltsnahen Dienstleistungen bis zu einem Höchstbetrag von 4000 Euro. Jedoch nur, wenn es sich um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder um eine Firma handelt. Arbeitet die Haushaltshilfe oder der Gärtner im Rahmen eines Mini-Jobs, können höchstens 510 Euro pro Jahr geltend gemacht werden. Bei Handwerkerleistungen liegt der Höchstbetrag bei 1200 Euro.

Als Handwerkerleistungen zählen unter anderem Malerarbeiten, Fliesenlegen oder Tapezieren, erklärt Eva Reinhold-Postina, Sprecherin vom Verband Privater Bauherren in Berlin. „Es müssen Reparaturen oder Sanierungen sein”, sagt die Expertin. Neubauten würden grundsätzlich nicht steuerlich begünstigt.

Dieses Kriterium führt zu Abgrenzungsproblemen - beispielsweise beim Bau eines Carports. Laut Liste des Finanzministeriums kann man die Arbeitskosten für die Überdachung eines bereits vorhandenen PKW-Stellplatzes anteilig bei der Steuererklärung angeben. Wer aber einen Stellplatz auf dem Grundstück komplett neu baut, darf diese Arbeitskosten nicht absetzen.

Der Fiskus beteiligt sich auch, wenn Haushaltsgeräte wie Waschmaschine, Geschirrspüler oder Fernseher instand gesetzt werden. „Die Reparatur von allem, was in der Hausratversicherung versichert ist, kann als Handwerkerleistung abgesetzt werden”, erklärt Expertin Reinhold-Postina. Vorausgesetzt, die Reparatur erfolgt daheim. Wer sein Gerät wegbringt, ist nicht begünstigt.

Nicht nur Reparaturen dürfen steuerlich geltend gemacht werden. Auch die Wartung von Heizung, Elektroanlagen, des Feuerlöschers sowie die Schornsteinfegergebühren. Das gilt aber nicht für Beratungsleistungen etwa des Architekten, des Statikers oder anderer Gutachter. Auch wer sich den Luxus eines Sekretärs, eines Bodyguards oder eines Chauffeurs leistet, kann dieses Personal nicht als haushaltsnahe Dienstleistung geltend machen.

Unter bestimmten Umständen kann aber sogar Kosmetik oder Hand- und Fußpflege bei der Einkommensteuererklärung abgerechnet werden. Dies gilt allerdings nur, wenn es sich um Pflege- und Betreuungsleistungen handelt, die im Leistungskatalog der Pflegeversicherung aufgeführt sind. Solche Pflegeleistungen können sogar bis zu einer Höhe von 4000 Euro abgesetzt werden.

Mit der steuerlichen Begünstigung soll auch Schwarzarbeit eingedämmt und legale Beschäftigung gefördert werden. Daher muss sowohl bei haushaltsnahen Dienstleistungen als auch bei Handwerkerleistungen ein ordentlicher Beleg vorliegen. Der Rechnungsbetrag muss außerdem per Überweisung bezahlt werden, wie Reinhold-Postina erklärt: „Ich darf das Geld dem Handwerker oder der Putzfrau also nicht einfach cash auf die Hand geben.”

Die Leistung kann nur dann steuerlich abgesetzt werden, wenn sie im Haushalt oder auf dem Grundstück erbracht wird. Wenn ein Gärtner außerhalb des Grundstücks tätig wird, gilt dies also nicht als haushaltsnahe Dienstleistung. Ausnahme: Wenn eine Haushaltshilfe „Nebenpflichten” außerhalb des Haushalts tätigt.

Wenn sie beispielsweise kleine Botengänge erledigt oder Kinder, kranke oder alte Menschen zum Einkauf oder zum Arzt begleitet - dann können auch diese Kosten als haushaltsnahe Dienstleistung geltend gemacht werden. Friseurdienste außerhalb des Pflegeleistungskatalogs können hingegen nicht abgesetzt werden - auch wenn der Friseur ins Haus kommt.

Als Haushalt gilt laut Rundschreiben des Finanzministeriums nicht nur der Hauptwohnsitz. Auch Dienstleistungen, die in einer Zweit- oder Ferienwohnung geleistet werden, lassen sich abgesetzen. Das gilt auch für Wohnungen, die einem Kind zur Nutzung überlassen wurden.