München: Versicherungskunden sollten nicht zu früh einen Anwalt einschalten

München: Versicherungskunden sollten nicht zu früh einen Anwalt einschalten

Wer auf die Auszahlung einer Kapitallebens- oder Rentenversicherung wartet, sollte sich zunächst an seine Versicherung wenden, bevor er einen Anwalt einschaltet. Denn die Anwaltskosten bleiben am Versicherten hängen, wenn der Rechtsbeistand zu vorschnell eingeschaltet wird. Das geht aus einer Entscheidung das Amtsgericht München hervor.

In dem Fall war die Versicherung nur ein paar Tage überfällig. Der Anwalt mahnte daraufhin die Zahlung bei der Versicherung an und stellte der Frau 300 Euro dafür in Rechnung.

Die sollte die Versicherungsgesellschaft zahlen, die sich jedoch weigerte. Zu Recht, wie das Gericht entschied. Denn Rechtsanwaltskosten sind von der Gegenseite dann nicht zu zahlen, wenn die Einschaltung eines Rechtsanwalts nicht erforderlich ist.

Ein Anruf der Frau bei der Versicherung hätte gereicht, um die Zahlung zu veranlassen. Und ein solcher Erinnerungsanruf kann jedem Versicherten selbst zugemutet werden, weil dafür keine besonderen Kenntnisse erforderlich sind.