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Hamburg: Versicherungen interessieren auch das Finanzamt

Hamburg : Versicherungen interessieren auch das Finanzamt

Welche Versicherungspolicen wichtig sind, wird Verbrauchern immer wieder eingeschärft. Haftpflicht, Berufsunfähigkeitsschutz und eine Risikolebensversicherung für Familie und Paare stehen zumeist ganz oben auf der Liste.

Interesse an den Policen hat dabei oftmals auch das Finanzamt - vor allem dann, wenn es zum Leistungsfall kommt. Beispielsweise sind bei einer Risiko-Lebensversicherung die Beiträge selbst zwar absetzbar. Allerdings nur in einem sehr engen Rahmen neben der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung, sodass von den maximal absetzbaren 1500 Euro für Angestellte und 2400 Euro für Selbstständige kaum etwas übrig bleibt, damit die Prämien sich steuerlich auswirken.

Wird die Versicherungssumme nach einem Todesfall ausbezahlt, bleibt sie als Kapitalzahlung steuerfrei. Das gilt auch, wenn Überschüsse angehäuft worden sind, weil die - anders als bei Kapitalversicherungen - keine steuerpflichtigen Zinsen enthalten. Etwas anderes gilt lediglich, wenn die Versicherungssumme verrentet wird. In diesem Fall müssen die Begünstigten je nach Alter, Laufzeit und Vertragsgestaltung einen Teil der dann gezahlten Rente versteuern.

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ist es ähnlich, wenn Leistungen fällig werden. Die Rentenzahlungen werden in der Regel mit dem besonderen Ertragsanteil besteuert, wenn sie für eine begrenzte Dauer gezahlt werden. Bei einer Rentenbezugszeit von 20 Jahren liegt der zu versteuernde Teil der Rente bei 21 Prozent, bei 30 Jahren sind es immerhin 30 Prozent. Steuervorteile in der Phase der Beitragszahlungen lassen sich dagegen mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung kaum erzielen. Denn die Beiträge sind wie die für Risiko-Lebensversicherungen nur im schmal bemessenen Paket mit anderen Versicherungen absetzbar.

Bei der Haftplicht-Versicherung können die Prämien zu einem Steuervorteil führen, wenn die Police als Berufshaftpflichtversicherung auch oder ausschließlich berufliche Risiken abdeckt. Der auf die Absicherung beruflicher Risiken entfallende Teil der Haftpflichtprämie kann steuerlich geltend gemacht werden - und zwar als Werbungskosten, die auch tatsächlich steuerlich „wirken”, wenn der Arbeitnehmerfreibetrag bereits ausgeschöpft wurde. Bei einer kombinierten Berufs- und Privathaftpflichtversicherung dagegen muss der Versicherer den Anteil der Prämie bescheinigen, der auf den beruflichen Schutz entfällt.

Leistungen einer privaten Krankenversicherung oder eine Zusatz-Police sind in aller Regel steuerlich nicht erfasst. Wer also bei Krankheit oder ärztlichen Leistungen Zuschüsse aus einer privaten Police erhält, muss diese Zuschüsse nicht versteuern. Allerdings müssen diese Leistungen angerechnet werden, wenn die Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastungen selbst steuerlich geltend gemacht werden.