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Berlin: Vermietung an Verwandte kann sich steuermindernd auswirken

Berlin : Vermietung an Verwandte kann sich steuermindernd auswirken

Vermietet jemand eine Wohnung an einen Angehörigen, kann sich das unter Umständen steuermindernd auswirken. Bei Mieträumen im selbst genutzten Eigenheim ist dies zwar meist nicht möglich. Befindet sich die Wohnung hingegen in einem Zweifamilienhaus, kann der Eigentümer sie steuersparend vermieten.

Darauf weist der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BDL) hin. Das Finanzamt erkennt Aufwendungen etwa für eine neue Ausstattung oder laufende Hypothekenzinsen in der Regel als Werbungskosten an. Dafür muss der Vermieter jedoch einiges beachten.

Damit das Finanzamt die Kosten in voller Höhe berücksichtigt, muss die vereinbarte Miete mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete entsprechen. Noch besser ist es, wenn die Miete höher ist, denn dann seien Steuerzahler auf der sicheren Seite, erklärt Erich Nöll vom BDL. Andernfalls könnte es sein, dass Vermieter nur einen prozentualen Teil der Aufwendungen geltend machen können. Wichtig: Vermieter müssen ihre Miete an Preissteigerungen in der Umgebung anpassen - die Erhöhung sollten sie schriftlich fixieren.

Weitere Bedingungen, die erfüllt sein müssen: Ein schriftlicher Mietvertrag muss vorliegen. Dieser sollte formal genauso gestaltet werden wie bei einer Fremdvermietung. Zusätzlich müssen Angehörige dem Vermieter die Kaltmiete sowie die Umlage für die Betriebskosten monatlich überweisen. Das gilt auch, wenn beispielsweise die erwachsene Tochter die Wohnung mietet.

Sollte der Vermieter seiner Tochter noch Unterhalt zahlen, muss er bei dem Geldfluss die korrekte Reihenfolge beachten - er muss also zunächst den Unterhalt an sie zahlen.

(dpa)