Berlin: Unisex-Tarife bei Riester-Rente seit 2006

Berlin: Unisex-Tarife bei Riester-Rente seit 2006

Bei der Riester-Rente gelten schon seit 2006 sogenannte Unisex-Tarife, also gleich hohe Beiträge für Männer und Frauen.

Bis zu der Änderung mussten Frauen wegen ihrer um vier bis fünf Jahre höheren Lebenserwartung bei gleich hohen Einzahlungen hinnehmen, dass sie später niedrigere Auszahlungen erhielten - oder sie zahlten zum Ausgleich höhere Beiträge. Vor 2006 abgeschlossene Verträge waren von der Gesetzesänderung nicht betroffen.

Eine repräsentative Umfrage ergab Ende 2005, dass die große Mehrheit der Deutschen die Unisex-Regelung gerecht fand. Auch die Männer stimmten überwiegend zu.

Die Versicherungen arbeiten seitdem mit Mischkalkulationen. Die Folge sind etwas schlechtere Bedingungen für Männer. Frauen und Männer, die pro Monat gleich viel einzahlen, erhalten später monatlich auch gleich viel Geld. Weil Frauen aber durchschnittlich länger leben, bekommen sie über die gesamte Zeit der Rente gesehen, mehr Geld.

Nach einem Bericht der Zeitschrift „Ökotest” von 2008 machen die Männer ein deutlich schlechteres Geschäft und müssen sich im Durchschnitt mit etwa 0,5 Prozent weniger Rendite begnügen als die Frauen im gleichen Modellfall. Das sei bei Riester-Tarifen der Preis dafür, dass Männer eine kürzere Lebenserwartung haben als Frauen, heißt es.

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