Düsseldorf: Übertreibung von Unfallfolgen bringt nichts

Düsseldorf: Übertreibung von Unfallfolgen bringt nichts

Ein starker Aufprall bei einem Unfall kann schwere gesundheitliche Folgen haben, eine Vollbremsung in der Regel jedoch nicht.

Daher lohnt bei solchen Bagatellereignissen zumeist auch keine Schadenersatzklage, sagen Fachleute der Victoria Versicherung in Düsseldorf und verweisen auf ein Urteil des Landgerichts Würzburg.

Dort hatte ein Beifahrer nach einer Vollbremsung, die vorgeblich einen Unfall verhindert hatte, Schadenersatz verlangt. Der Mann machte geltend, er hätte aufgrund dessen sowohl ein Schleudertrauma (HWS-Verletzung) als auch einen Schock erlitten, der wiederum eine Psychose ausgelöst habe.

Das konnten die Richter kaum glauben und wiesen die Klage ab. Ihre Begründung: Bei einer Vollbremsung ohne Kollision herrschten so niedrige Verzögerungswerte, dass HWS-Verletzungen im Grunde nicht entstehen könnten.

Auch der Ausbruch einer Psychose durch einen derartigen Vorfall sei doch zumindest sehr unwahrscheinlich. (AZ: 52 S 667/06)