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Typisch Deutsch? Sparen ist immer beliebt

Vorsorge : Typisch Deutsch? Sparen ist immer beliebt

Was ist ein typisch deutsches Verhalten? Stellt man diese Frage Personen im Ausland, so sind die Antworten stets ähnlich. Als deutsches Verhalten wird Biertrinken, ein kühles Auftreten sowie die Freude an schnellen Autos angesehen. Typisch Deutsch ist für ausländische Mitbürger auch die Freude am Sparen.

Tatsächlich sparen Bundesbürger nicht viel mehr Geld als ihre Nachbarn im Ausland. Interessant ist hingegen, wofür hierzulande jeder hart erarbeitete Groschen zur Seite gelegt wird. Langfristiges Sparen scheint in Zeiten von Corona-Krise und niedrigen Zinsen nicht das begehrteste Ziel zu sein.

Für ein paar schöne Tage

Sparen ist in den letzten Jahren deutlich schwerer geworden für Bundesbürger. Schuld daran sind zwei Faktoren: die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank und das Sparverhalten der Deutschen. Seit Jahren zahlen Banken kaum noch Zinsen auf Guthaben auf einem Sparkonto oder Tages- oder Festgeldkonto bei einer Direktbank. Das trifft die Sparer hierzulande deutlich. Der Anteil an solchen Konten ist bei Sparern in Deutschland besonders hoch im internationalen Vergleich.

Unbeirrt von dem möglichen Vorteil, in Aktien oder Fonds zu investieren, legen Bundesbürger ihr Geld auf einem Konto an. Das Ziel ist bei fast 40 Prozent aller Sparer gleich. Sie legen ihr Geld für einen erholsamen Sommerurlaub zurück. Im Urlaub entspannen bei einer Reise ins Ausland oder an der deutschen Nord- und Ostseeküste, das können sich die meisten Deutschen nur nach einem eisernen Sparprogramm leisten.

Kurzfristiges Sparen angesagt

Die Wünsche deutscher Sparer sind insgesamt eher bescheiden. Es wird Geld beiseitegelegt, um sich kurz- oder mittelfristig eine größere Anschaffung gönnen zu können. Neben der Pauschalreise oder Individualreise ist der Wunsch nach einem neuen Auto oder Motorrad groß.

Langfristiges Sparen kommt hingegen aus der Mode. Ein Umstand, der eng mit der Zinspolitik zusammenhängt. Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden und einem Lebensabend - beispielsweise in einem schlüsselfertigen Fertighaus der Träume - scheint für viele Sparer weit weg zu sein. Dabei ist die eigene Immobilie noch immer die beste Altersvorsorge, die es gibt.

Eigenkapital für das Traumhaus sparen

Das Fertighaus ist für die meisten Bundesbürger ein realistisches Ziel, wenn es um die Erfüllung des Traums vom eigenen Alterssitz geht. Mit ausreichend Eigenkapital lässt sich der Wunsch leichter realisieren. Beliebt bei der Finanzierung einer Immobilie ist seit langer Zeit der Bausparvertrag. Angesicht der Zinswende hat dieses Produkt jedoch an Attraktivität verloren.

Bausparverträge werfen kaum noch Zinsen ab, sind zudem unflexibel und kosten Geld für den Abschluss. Reizvoller sind da sogar Tagesgeldkonten. Sie werden ebenfalls kaum Zinsen ab, kosten aber keine Abschlussgebühr und das Geld steht variabel zur Verfügung. Eine Kombination aus Tagesgeld und Sparplan ist interessant für alle Bundesbürger, die nur wenig Geld im Monat zurücklegen können.

Im Schnitt spart jeder 2000 Euro im Jahr

Ungleiche Einkommensverhältnisse zwischen Männer und Frauen führen dazu, dass das männliche Geschlecht monatlich mehr Geld zurücklegt. Im Schnitt spart jeder Deutsche rund 2000 Euro im Jahr. Das bedeutet jedoch nicht, dass Frauen insgesamt weniger sparsam sind.

Bundesweit gelten die Menschen in Baden-Württemberg als besonders sparsam. Je weiter nördlich jemand lebt, desto weniger sparsam wird dieser angesehen. Dieses subjektive Empfinden lässt sich beim Sparverhalten aber nicht als Blaupause nehmen.

(vo)