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Düsseldorf: Stromanbieter lässt sich meist schnell wechseln

Düsseldorf : Stromanbieter lässt sich meist schnell wechseln

Stromkunden können den Anbieter einfacher wechseln, als viele denken. Das Prozedere sei zum Beispiel nicht mit einem Wechsel des Internet-Providers vergleichbar, sagte Claudia Bruhn von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf dem dpa-Themendienst.

Besonders leicht und schnell geht der Wechsel über entsprechende Portale im Internet: Dort genügten wenige Klicks.

Über die Eingabe von Postleitzahl, Zählernummer, Stand des Zählers und Jahresverbrauch lasse sich der günstigste Anbieter in der Region ermitteln. Und über einen weiteren Klick ist der sofortige Vertragsabschluss möglich. Alle weiteren Schritte - etwa die Kündigung des bisherigen Vertrags mit dem alten Anbieter - übernimmt dann der neue Stromlieferant. „Es kann nicht passieren, dass Sie keinen Strom mehr bekommen und im Dunkeln sitzen”, fügte Bruhn hinzu. Im Notfall springe der zuständige sogenannte Grundversorger ein.

Dennoch halten die meisten Deutschen ihrem Energieversorger die Treue - auch wenn sie sich immer wieder über Preiserhöhungen ärgern wie derzeit. Private Haushalte mussten in diesem Jahr 5,8 Prozent mehr für Strom bezahlen als im vergangenen Jahr, wie die „Bild”-Zeitung unter Berufung auf eine Studie des Portals Verivox.de berichtete. Obwohl die Großhandelspreise an der Strombörse European Energy Exchange (EEX) in Leipzig um die Hälfte fielen, würden Privatkunden stärker belastet.

Dabei könne es sich schon lohnen, beim bisherigen Anbieter einen anderen Tarif zu wählen. „Nur wenige Kunden haben den Tarif, mit dem sie am günstigsten fahren”, sagte Bruhn. Meist hätten sie schlicht den Standardtarif des Grundversorgers gewählt. Sogar Ökotarife seien oft billiger.

Wer wechseln will, sollte bei der Auswahl Voreinstellungen zu Kautionen, Vorkasse oder Boni beachten, die das Ergebnis der Suche steuern. Enthält ein Tarif viele solcher Extraoptionen, rät Bruhn, lieber die Finger davon zu lassen. Denn dabei handele es sich oft um Billiganbieter, mit denen Kunden nach Erkenntnissen von Verbraucherschützern schon häufiger Scherereien hatten. Manche seien zum Beispiel so überlastet, dass der Verbraucher lange auf den Wechsel warten muss. Oder die Telefonberatung sei schlecht.

Den alten Vertrag können Verbraucher zum Ende jedes Monats mit einmonatiger Frist kündigen - wenn sie Kunde eines Grundversorgers sind. Ansonsten kann die Kündigungsfrist auch länger sein. In der Regel übernehme der neue Anbieter aber die Kündigung. Bruhn rät, auch beim neuen Vertrag darauf zu achten, dass die Kündigungsfrist nicht länger ist als drei Monate.

Wer auf eine umweltverträgliche Herstellung seines Stroms Wert legt, sollte auf Zertifikate achten. Denn viele Anbieter werben mit Ökostrom, der in Wahrheit keiner ist. Die beiden verlässlichsten Zertifikate sind laut Bruhn „ok-power” und das „Grüne StromLabel”.