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Berlin: Sparpläne gibt es für jeden Anlegertyp

Berlin : Sparpläne gibt es für jeden Anlegertyp

Mit Sparplänen lässt sich Schritt für Schritt eine ordentliche Rücklage aufbauen. Es gibt Bank-, Fonds-, ETF-, Riester-, VL- oder Tagesgeld-Sparpläne. „Für welchen man sich entscheidet, hängt immer von der persönlichen Situation, dem Sparziel und der eigenen Risikobereitschaft ab”, sagt Tanja Beller, Sprecherin des Bankenverbands in Berlin.

Junge Berufstätige seien eher bereit, risikoreichere Anlageformen zu wählen, während Familien vor allem auf eine hohe Absicherung für den Notfall Wert legen. Und während die über 60-Jährigen eher auf Nummer sicher gehen sollten, haben die 20- und 30-Jährigen noch genügend Zeit, eventuelle Kursschwankungen am Aktienmarkt auszusitzen.

- Banksparplan: „Der Vorteil eines solchen Sparplans ist die Planbarkeit”, erklärt Thomas Mai, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen. Bei Abschluss eines Banksparplans mit einem fest vereinbarten Zins weiß man von Anfang an, wie viel Geld es am Ende der Sparphase gibt. Wer zum Beispiel auf einen Führerschein spart, sollte diese Art des Sparplans wählen - allerdings sind die Zinsen niedrig. Eine Alternative ist ein Banksparplan mit variablem Zins. Im ersten Jahr liegt der aktuell meist bei einem Prozent, danach ist er vom Markt abhängig. Bei dieser Variante weiß man aber nicht, wie viel Geld am Ende auf dem Konto ist.

- Fondsparplan: „Bei einem Fondsparplan hat man eine sehr gute Renditechance”, erklärt Mai. Allerdings sollte man sein Geld mindestens 10 bis 15 Jahre anlegen. Nur so kann man zwischenzeitliche Tiefphasen am Markt wieder ausgleichen. Außerdem sollte man nicht auf einen einzigen Fonds setzen, sondern kleinere Summen breit streuen, rät Mai. Da liegt der Nachteil des Fondssparens: „Man muss sich damit beschäftigen, wie einem eine solch breite Streuung gelingt.” Und man zahlt für Fondsparpläne teilweise hohe Gebühren. Dennoch empfehlen Experten den Fondssparplan. Er eigne sich vor allem für jüngere Berufstätige, um mit regelmäßigen kleinen Beträgen fürs Alter vorzusorgen, sagt Beller. „Der Anleger ist an keine feste Laufzeit gebunden und kann seine Sparraten jederzeit ändern oder bei Bedarf ganz aussetzen.”

- ETF-Sparplan: ETF steht für Exchange-traded fund und ist ein an der Börse gehandelter Investmentfonds. Ein ETF bildet einen bestimmten Index ab - wie den DAX. „Man setzt nicht alles Geld auf eine Karte und kann jederzeit einsteigen”, sagt Mai. Die Experten der Zeitschrift „Finanztest” (7/2014) bezeichnen das Sparen mit einem Indexfonds als „Königsweg des Fondssparens”. Mit einem solchen Fonds wisse der Sparer, dass er jeden Höhenflug des Marktes mitmacht und keine größeren Verluste als der Markt erleidet. Sie empfehlen für Sparpläne breit streuende Indizes wie den MSCI World, den MSCI Europe oder den Stoxx 600 Europe. Für einen ETF-Sparplan zahlt man allerdings zusätzlich Gebühren für sein Depot und den Kauf der ETFs.

- Riester-Sparplan: Bei Riester-Sparplänen hilft der Staat durch Zulagen bei der privaten Altersvorsorge mit. „Voraussetzung ist, dass die Beiträge in bestimmte, zertifizierte Anlageformen investiert werden”, sagt Beller. Modelle, die diese Kriterien erfüllen, erhalten eine Zertifizierung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Förderfähig sind unter anderem Fondssparpläne. Wie bei allen Fonds-Sparplänen haben Sparer eine hohe Renditechance - vor allem bei langfristigen Anlagen. „Ein weiterer Vorteil eines solchen Riester-Fondssparplans ist, dass das Geld nicht verloren gehen kann”, sagt Finanzexperte Mai. Denn zumindest das eingezahlte Geld ist gesetzlich garantiert. Eine Alternative ist ein Riester-Banksparplan. Er biete ebenfalls hohe Sicherheit, sagt Mai. Ein weiterer Vorteil ist, dass Verbraucher in der Ansparphase keine Gebühren zahlen. Ein Nachteil ist die niedrige Verzinsung.

- VL-Sparplan: VL-Sparpläne sind für Berufsanfänger und auch Studierende von Vorteil, wenn sie neben der Uni jobben und ihr Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen zahlt. Denn je nach Tarifvertrag oder betrieblicher Vereinbarung zahlt der Chef einen Teil oder sogar die gesamte Sparrate von bis zu 40 Euro im Monat. Selbst wenn der Chef nichts dazugibt, kann man einen VL-Vertrag abschließen und in diesen regelmäßig einzahlen. Um noch einen Zuschuss vom Staat, die Arbeitnehmer-Sparzulage, zu bekommen, muss man allerdings einen Bau- und Fondssparplan wählen.

- Tagesgeld-Sparplan: Wer sich eine finanzielle Reserve aufbauen möchte, kann monatlich Geld auf einen Tagesgeld-Sparplan einzahlen. Dazu reicht es, einen Dauerauftrag von seinem Referenzkonto auf ein Tagesgeldkonto einzurichten. „So können gerade junge Leute herausfinden, wie viel Geld sie monatlich zum Sparen übrig haben”, sagt Mai. Gleichzeitig können sie jederzeit ihr Geld wieder abbuchen und damit zum Beispiel die plötzlich notwendige Reparatur der Waschmaschine zahlen.

(dpa)