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Aachen: So rechnen Sie Ihre Sonderausgaben ab

Aachen : So rechnen Sie Ihre Sonderausgaben ab

Der Mantelbogen ist für alle ein Muss, die eine Steuererklärung abgeben. So sparen Sie mit Ihren Sonderausgaben eine Menge Steuern.

Wer in die Zeilen 36 bis 56 des vierseitigen Mantelbogens nichts einträgt, bekommt automatisch den Pauschbetrag von 36 bzw. 72 Euro (ledige/ verheiratete Steuerzahler) angerechnet. Das ist nicht viel. Für viele Steuerzahler kann sich daher die Mühe lohnen, hier ins Detail zu gehen, denn für manchen privat ausgegebenen Euro spendiert der Fiskus eine Steuererstattung.

So beteiligt sich der Staat an Unterhaltszahlungen an den geschiedenen oder getrennt lebenden Ehepartner. Bis zu 13.805 Euro sind als Sonderausgaben absetzbar (Zeilen 40/41). Für den Ex oder die Ex geleistete Beiträge zu einer Basiskranken- oder Pflegepflichtversicherung sind zusätzlich abzugsfähig. Dafür muss der Empfänger allerdings in Deutschland leben und über die Anlage U der Steuererklärung zustimmen, denn er muss im Gegenzug den Unterhalt versteuern (Anlage SO).

Zahlt der Ex-Partner statt eines Versorgungsausgleichs eine Abfindung, ist die Zahlung seit 2015 abziehbar (Zeile 39). Ob das auch für die Jahre bis 2014 gilt, muss der Bundesfinanzhof erst noch klären (Revisions-Az. X R 41/14).

Kirchensteuer

Haben Sie Kirchensteuern gezahlt, müssen Sie die Zahlung in Zeile 42 des Mantelbogens eintragen. Das lohnt sich besonders für Arbeitnehmer. Sie können die Kirchenabgaben direkt aus der Jahreslohnbescheinigung ihres Arbeitgebers übertragen.

Auch Kirchgeld, das einige Landeskirchen bei glaubensverschiedenen Ehepartnern erheben, ist abzugsfähig. Aber aufgepasst: Nur die Kirchensteuer, die von der Bank bereits auf Kapitalerträge zusammen mit der Abgeltungsteuer einbehalten wurde, darf nicht eingetragen werden.

Aufwendungen für Ausbildung und Studium lassen sich absetzen

Bis zu einem Höchstbetrag von 6000 Euro als Sonderausgaben in Abzug bringen (Zeilen 43/44). Dazu gehört auch die Weiterbildung in einem erlernten, aber nicht ausgeübten Beruf.

Haben Sie in der Vergangenheit studiert oder eine Berufsausbildung absolviert, dann sollten Sie beim Fiskus zügig eine nachträgliche Verlustfeststellung für Ihre Bildungskosten beantragen. Die Verjährungsfrist läuft nach einem aktuellen Urteil des Bundesfinanzhofs nicht bereits nach vier Jahren, sondern erst nach sieben Jahren ab (Az. IX R 22/14).

Davon profitieren alle Studenten und Auszubildende, die in der Vergangenheit in Ermangelung eigener Einkünfte keine freiwillige Steuererklärung abgegeben haben. Sie können die versäumte Abrechnung für Jahre ab 2009 jetzt noch bis zum 31.12.2016 nachholen und Studiengebühren, Kosten für Fachliteratur und andere Bildungskosten beim Finanzamt als Werbungskosten auf der Anlage N geltend machen. Im Mantelbogen beantragen Sie eine Verlustfeststellung. So bringen die früheren Studienkosten später einen Steuervorteil, wenn man das erste Geld verdient.

Tipp:

Bei Spenden von mehr als 200 Euro benötigen Sie normalerweise eine Spendenbescheinigung der jeweiligen Organisation - darunter reicht als vereinfachter Zahlungsnachweis auch der Kontoauszug oder beim Online-Banking der eigene PC-Ausdruck.

Bei Mitgliedsbeiträgen und Spenden an politische Parteien und unabhängige Wählervereinigungen (Zeile 47/48) ermäßigt sich die Steuerschuld um 50 Prozent der Ausgaben, höchstens um 825 Euro (Ehegatten 1 650 Euro).

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