Aachen: So nützen Alleinerziehende den Mini-Zins bei der Baufinanzierung

Aachen: So nützen Alleinerziehende den Mini-Zins bei der Baufinanzierung

Alleinstehende Mütter erhielten häufig keinen Baukredit von der Bank. In den heutigen Zeiten des Niedrigzinses ist das aber anders.

Eine 75 Quadratmeter große Eigentumswohnung in Hamburg kostet laut Immowelt.de im Schnitt 275.000 Euro. Etwas günstiger es in Berlin mit 225.000 Euro und in Augsburg mit 210.000 Euro. Toppreise zahlen die Münchner, die mit 490.000 Euro tief in die Tasche greifen müssen. Für viele alleinerziehende Mütter mit Kindern sind solche Wohnungspreise utopisch.

Von den Banken war bislang kaum Hilfe zu erwarten, denn sie lehnten die Immobilienfinanzierung häufig mit der Begründung ab, die monatliche Belastung sei zu hoch. Bei Kreditzinsen von fünf oder sechs Prozent, wie sie bis vor wenigen Jahren üblich waren, ist dies durchaus nachvollziehbar. Schließlich kostet ein Annuitätendarlehen über 200.000 Euro bei 5,5 Prozent Sollzins mindestens 1.080 Euro im Monat. Bei 250.000 Euro Kredit, klettert die Monatsrate bereits auf 1.350 Euro.

Mini-Zinsen lassen die Kosten der Baufinanzierung purzeln

Die extrem gesunkenen Bauzinsen haben die Finanzierungsbedingungen jedoch deutlich verbessert und zu einem Umdenken bei den Kreditinstituten geführt. „Banken gewähren jetzt öfter Baudarlehen und machen es wahrscheinlicher, dass die Finanzierung des Eigenheimwunsches mit nur einem Einkommen oder einer Teilzeitstelle klappt“, sagt Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer des Kreditvermittlers Baufi24.de. Die extremen Tiefzinsen entlasten Haushalte mit schwacher Finanzkraft und ermöglichen auch dieser Gruppe günstige Konditionen für den Immobilienkauf.

Die Bauzinsen haben sich inzwischen mehr als gedrittelt. Für eine zehnjährige Baufinanzierung berechnen günstige Anbieter kaum mehr als ein Prozent Zinsen. So begnügt sich 1822 direkt aktuell mit 1,10 Prozent Zinsen, Degussa und Santander Bank mit 1,15 Prozent. Unser Beispieldarlehen verbilligt sich dadurch auf rund 350 bzw. 450 Euro im Monat.

Seriös und klug planen

Trotz aller Freude über die gesunkenen Finanzierungskosten, sollten Käufer stets realistisch bleiben. Bedenken Sie, dass die Zinsen in der Zukunft wieder steigen können, außerdem sind Reparaturen und Sanierungen auf Dauer nicht zu vermeiden.

Erstens sollten Sie die günstigen Finanzierungsbedingungen langfristig festschreiben. Statt zehn Jahre sollten Sie eine Zinsbindung von 20 oder 25 Jahren wählen.

Zweitens sollten Sie stets eine kleine Finanzreserve für notwendige Reparaturen einplanen, am besten auf einem Tagesgeldkonto. Möglich ist auch der Abschluss eines Bausparvertrages, mit dem Sie Instandhaltungen kostengünstig durchführen können. Kostengünstige Angebote kommen von Debeka, HUK Coburg oder der Bausparkasse Mainz. Möchten Sie nur im Bedarfsfall einen weiteren Kredit aufnehmen, können Sie auf ein zinsverbilligtes Baudarlehen der KfW Bank zurückgreifen.

Drittens sollten Sie die Anfangstilgung nicht zu gering wählen. Bei einer Tilgung von einem Prozent, dauert es derzeit mehr als fünfzig Jahre, bis das Baudarlehen vollständig abgezahlt ist.

Viertens sollten Sie -; wenn möglich -; hin und wieder eine Sondertilgung leisten. Zahlen Sie beispielsweise das Weihnachts- oder Urlaubsgeld als Sondertilgung in das Darlehen ein, können Sie durchaus bereits nach 20 Jahren fertig sein.

Baugeld-Vergleich: Verschaffen Sie sich einen Überblick über die aktuellen Baugeldkonditionen überregionaler und regionaler Anbieter.