Biallos Ratgeber: So finden Sie den richtigen Handwerker

Biallos Ratgeber : So finden Sie den richtigen Handwerker

Ob es um Neubau, Sanierung oder Reparaturen geht: Detaillierte Absprachen vermeiden Ärger und Konflikte mit Handwerkern. Aber wie findet man den richtigen Fachmann – und wie geht es dann weiter?

Die Baubranche boomt und der Ärger mit den Handwerkern ebenso. Hohe Nachfrage und Fachkräftemangel machen es schwarzen Schafen leicht. Einen verlässlichen Fachmann zu finden, ist oft schwierig. Durch eine genaue Absprache lassen sich Konflikte vermeiden.

Auswahl: „Einen seriösen Handwerker beauftragen ist das A und O“, sagt Julia Zeller, Referentin für Verbraucherrecht bei der Verbraucherzentrale Bayern. Gute telefonische Erreichbarkeit gibt Pluspunkte, ebenso eine seriöse Homepage. „Ein Erstgespräch bei größeren Arbeiten ist in der Regel kostenlos. Wie der Handwerker die auszuführenden Arbeiten begutachtet und ob er gut erklären kann, was zu tun ist, zeigt auch, ob er Experte seines Fachs ist.“

Wer Bekannte und Nachbarn nach deren Erfahrungen befragt, kann vielleicht einen Tipp für eine zuverlässige Firma in der Nähe erhalten. Das spart Anfahrtskosten, und der Kunde kann sich den Betrieb vorher anschauen.

Auftragsvergabe: Die entscheidenden Fehler im Umgang mit Handwerkern passieren meist schon vor der Auftragsvergabe. Die auszuführenden Arbeiten werden besprochen, nicht jedoch Details und Kosten. Dabei ist die genaue Absprache im Vorfeld das Wichtigste. Dazu gehört auch, einen Kostenvoranschlag anzufordern. Gerade bei einer Neuanfertigung ist der Preis gut abzuschätzen.

Auf Basis des Kostenvoranschlags sollten beide Seiten einen schriftlichen Vertrag schließen, der alle Details zum Auftrag enthält. Wer als Kunde hier nur auf den Handschlag setzt, hat bei späteren Reklamationen nichts in der Hand, worauf er sich berufen kann.

Reparatur: Schwieriger ist es bei einer Reparatur, den Preis vorher abzuschätzen. Der Handwerker sollte dann zuerst eine Diagnose stellen. Zeigt sich, dass sich eine Reparatur nicht mehr lohnt, muss der Kunde nur die Anfahrt und Arbeitszeit bezahlen. Andernfalls kann der Handwerker jetzt einen Kostenvoranschlag machen. „Dieser sollte alle Positionen beinhalten, inklusive Mehrwertsteuer, von Anfahrtskosten über Materialpreise bis hin zur Beschreibung der einzelnen Arbeitsvorgänge“, sagt Zeller. Ist dem Kunden der Preis zu hoch, steht es ihm frei, andere Angebote einzuholen.

Kostensteigerung: Auch wenn ein Kostenvoranschlag vorliegt, kann es am Ende noch teurer werden. Etwa 15 Prozent Preissteigerung sind drin. „Voraussetzung ist, dass der Handwerker dies dem Kunden vorher mitgeteilt hat“, sagt Zeller. Sollte sich der Handwerker zu Beginn der Arbeiten auf einen Pauschalpreis einlassen, ist dieser verbindlich.

Verspätung: Eigentlich war für die Badsanierung ein Zeitraum von drei Wochen vereinbart, doch der Fliesenleger erscheint tagelang nicht auf der Baustelle. „Der Handwerker hat trotzdem immer eine zweite Chance“, sagt Zeller. Der Kunde sollte ihm schriftlich eine Frist setzen – je nach Arbeitsaufwand sollten ein bis zwei Wochen reichen – bis wann die Arbeiten zu beenden sind. Hält sich der Fliesenleger nicht daran, darf der Kunde den Vertrag kündigen.

Mangel: Nach getaner Arbeit steht die Abnahme durch den Kunden an. „Erst dann hat der Handwerker Anspruch auf Bezahlung“, sagt Expertin Zeller. Dafür sollte man sich Zeit nehmen, rät sie: Tropfen die Wasserhähne? Funktioniert die Dusche? Sind die Fliesen fest? Zeigen sich hierbei Mängel, sollte man die Rechnung nicht komplett bezahlen und eine Nachbesserung schriftlich fordern.

Offenbart sich erst später ein Mangel, fordert der Kunde den Handwerker – ebenfalls schriftlich – zur Nachbesserung auf und setzt dabei wieder eine Frist. Ignoriert der Handwerker das Schreiben, bleibt dem Kunden nur, sich rechtlichen Beistand zu holen.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers.

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