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Aachen: Siebenmal mehr als letztes Jahr

Aachen : Siebenmal mehr als letztes Jahr

Ein Energieversorger will knapp 3000 Euro für Strom. Angeblich lag der Verbrauch der Familie siebenmal höher als im vergangenen Jahr. Das Gericht wehrt die Klage ab.

Nachdem die vierköpfige Familie zuvor im Schnitt 135 Kilowattstunden (KWh) pro Monat verbraucht hatte, lag der Verbrauch zwischen Februar und Dezember 2011 auf einmal bei knapp 1.000 kWh. Die Familie konnte den hohen Verbrauch nicht nachvollziehen und bestritt daher die Forderung im Prozess vehement.

Urteil des Landgerichts Magdeburg

Das Gericht gab der Stromkundin weitgehend Recht, da die Beweispflicht beim Stromanbieter liege und dieser den Mehrverbrauch nicht glaubhaft nachweisen konnte. Die Richter entschieden, dass die Familie weiterhin nur 350 Euro monatlich an die Stadtwerke zahlen muss.

Zur Begründung erklärte das Gericht: Die ernsthafte Möglichkeit eines offensichtlichen Fehlers der Abrechnung aus einer enormen und nicht plausibel erklärbaren Abweichung der im Streit stehenden Verbrauchswerte gegenüber anderen Abrechnungsperioden besteht. Die Familie hat nachvollziehbar ihren Verbrauch geschildert. Ein Elektriker hat keine Fehler in der Elektroanlage des Hauses gefunden. Angesichts dieser Umstände hätte der Energieversorger den Mehrverbrauch der Familie beweisen müssen. Entsprechende Beweisangebote hat der Versorger aber nicht gemacht.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Energieversorger kann hiergegen Berufung einlegen.

(Az.: 11 o 405/16)