Aachen: Sicher und ohne Verlust zur Zusatzrente

Aachen: Sicher und ohne Verlust zur Zusatzrente

Riester-Banksparpläne bieten sichere Zinsen, sind aber rar gesät. Privat- und Direktbanken verzichten auf Angebote, Sparkassen und Genossenschaftsbanken offerieren sie nur vereinzelt. Der Grund: Mit Banksparplänen ist kaum Geld zu verdienen. Schade, denn das Produkt ist verlustfrei und kostengünstig. Die Rentenphase hat allerdings Tücken.

Und wie funktionieren die Sparpläne?

Riester-Banksparpläne sind einfach und transparent: Der monatliche Sparbeitrag plus die staatlichen Zulagen verzinsen sich mit einem vom Kapitalmarkt abhängigen, variablen Grundzins. Sparkassen zahlen zusätzlich laufzeitabhängige Boni. Da keine Abschlusskosten und oft auch keine Kontogebühren anfallen, liegen die Renditen - insbesondere bei kürzeren Laufzeiten - häufig über denen von Rentenversicherungen. Riester-Policen verursachen laut Analysehaus Morgen & Morgen im Schnitt 12,8 Prozent an Kosten - das drückt den Ertrag. Von Nettorenditen, wie sie die Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 derzeit bundesweit bietet, können Versicherungsnehmer nur träumen. Die Berliner zahlen aktuell 2,25 Prozent Basiszins sowie jedes fünfte Jahr fünf Prozent Bonuszinsen auf alle Einzahlungen. Bei 20-jähriger Laufzeit ergibt sich so eine Rendite von 4,17 Prozent.

Gibt es eine Orientierung bei der Verzinsung?

In der Regel orientiert sich die Verzinsung an einem Referenzzins. „Volks- und Raiffeisenbanken richten sich meist nach der Umlaufrendite öffentlicher Anleihen”, erklärt Melanie Fürst von der Ethikbank. Das ist transparent, führt in Niedrigzinsphasen aber zu geringen Renditen. So zahlt etwa die VR Bank Bayern Mitte derzeit nur 0,72 Prozent Zinsen, die Mainzer Volksbank gar nur 0,70 Prozent. Verharren die Zinsen langfristig auf diesem Niveau, beeinflusst dies die Endrendite nachhaltig.

Sparkassenkunden profitieren dagegen von einem Mix öffentlicher Marktzinssätze, der auch zurückliegende Zinsdurchschnitte beinhaltet. Die höheren Zinsen der Vergangenheit stützen den aktuellen Basiszins, wie dies bei den überregionalen Angeboten der Sparkasse Detmold (1,44 Prozent) oder der Sparkasse Dortmund (1,25 Prozent) gut ablesbar ist. Nachteil dieses Modells: Der heutige Niedrigzins entfaltet verspätet seine Wirkung und verzögert so künftige Zinsanstiege. Die Sparpläne der VR-Banken reagieren dagegen schneller, Zinsanstiege kommen hier früher zum Tragen.

Wie steht es um Sicherheit und Flexibiltät?

Banksparpläne sind ein sehr sicheres Vorsorgeprodukt. „Im Gegensatz zu Fondssparplänen garantieren die Verträge zu Rentenbeginn die Summe aller Einzahlungen plus die aufgelaufenen Zinsen”, sagt Georg Plötz von der Verbraucherzentrale. Zudem sind Guthaben bei einer Bankenpleite durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Der Minimumschutz beträgt 100.000 Euro, viele Banken gewähren mehr. Positiv: Sparer sind flexibel, sie können ihre Beiträge jederzeit ändern oder den Vertrag kündigen. Verluste entstehen nicht, da Banksparpläne stets im Plus sind.

Und wie sieht das Ganze in der Rentenphase aus?

Riester-Verträge gewähren eine lebenslange Rente, deren Höhe zu Rentenbeginn bestimmt wird. „Zunächst fließt das Geld aus einem Bankauszahlplan, ab dem 85. Lebensjahr garantiert eine Versicherung die Restzahlungen”, erklärt Fürst. Die Versicherer kalkulieren jedoch mit sehr hoher Lebenserwartung bis zu 99 Jahren -das macht die Policen teuer. Bis zu 30 Prozent des Sparguthabens sind dafür blockiert. Hinzu kommt: „Bei Tod des Rentners fällt das Policenguthaben oft an die Versicherung”, sagt Fürst. Lediglich Bankguthaben würden bei Ableben vor dem 85. Lebensjahr zurückgezahlt - allerdings ohne Zinsen.

Für wen lohnt sich das Sparen besonders?

Riester-Sparpläne eignen sich vor allem für Eltern mit Kindern, denn es winken hohe Fördergelder. Jüngere Sparwillige mit noch niedrigem Einkommen genießen geringe Beitragspflichten und ältere Sparer profitieren bei einer kurzen Laufzeit von geringen Kosten.